Zum Jubiläum "etwas ganz Großes": Hobby-Bootsbauer Ronny Mai aus Grünberg streicht die "Titanic" in den Originalfarben.
Foto: Claudia Dohle
"Titanic" legt an den Hochhäusern ab
Grünberger baut Luxusdampfer für Flusspiratentreffen nach
Flöha/Grünberg. Dass die Grünberger beim Flöhaer Flusspiratentreffen immer für eine Überraschung gut sind, haben sie schon mehrfach bewiesen. Allen voran Ronny Mai. Bereits viermal gewann der Hobby-Bootsbauer aus dem Augustusburger Ortsteil das Spektakel auf dem Fluss: mit der "Black Pearl" (2007), der "Phoenix" ('08), der "Madagascar" ('09) und im Vorjahr mit der "Black Pearl II".
Und auch bei seiner sechsten Teilnahme will der 34-Jährige wieder auf Beutezug gehen. Für die 20. Auflage des Piratentreffens, für das am Sonnabend, 14 Uhr an der Stegbrücke hinter den Hochhäusern in Flöha der Startschuss fällt, wollte Mai "etwas ganz Großes" bauen. Dabei kam ihm ein anderes Jubiläum gerade recht: Der Untergang des Passagierschiffs "Titanic" jährte sich im April zum 100. Mal.
Zwar blieb der Fertigteilhausmonteur bei seinem Nachbau des Luxusdampfers deutlich unter den originalen Ausmaßen des seinerzeit größten Schiffs der Welt (260 m lang, 30 m breit), dennoch dürfte es sich bei dem Modell um den größten Schwimmapparat handeln, der jemals durch die Große Kreisstadt schipperte. 7,80 m lang und 1,80 m breit ist der Koloss, der in einer zur Feierabend-Werft umfunktionierten Halle den letzten Schliff für die Jungfernfahrt am Samstag erhält. Das Oberdeck ist 2,20 m hoch, jeder der vier Schornsteine 3,40 m.
Wie der derzeit noch sehr niedrige Wasserstand der Zschopau bereitet Mai auch der Transport seines Bootes nach Flöha einiges Kopfzerbrechen. "Aber mir wird schon etwas einfallen", sagt der Tüftler. Er ist fest davon überzeugt, dass die "Titanic" heil den Startplatz erreicht. Ob dies auch auf den Zieleinlauf am Zusammenfluss von Zschopau und Flöha zutrifft, ist dagegen noch fraglich. Denn in Grünberg wurde neben fünf weiteren Schwimmgeräten auch ein Eisberg gebaut.

