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Der Parkschein von Familie Müller. Gültig bis 11.57 Uhr.
 

Touristen zornig über Knöllchen

Mit zahlreichen Aktionen präsentiert sich die Stadt Augustusburg seit Jahren besucherfreundlich. Daran zweifelt jetzt jedoch ein Ehepaar aus Schlettau - nach Erfahrungen mit einem Verwarngeld und dem Rathaus.

Von Thomas Reibetanz
erschienen am 17.03.2017

Augustusburg. Gemeinsam mit seinen Enkelkindern hat das Ehepaar Müller aus dem erzgebirgischen Schlettau in den Winterferien einen schönen Tag im Schloss Augustusburg verbracht. Das Lachen verging ihnen, als sie zum auf dem Schlossparkplatz abgestellten Fahrzeug zurückkehrten. "Schon von weitem haben wir eine Politesse gesehen, die gerade den Parkplatz verließ", erzählt Matthias Müller. Die Erzgebirger hätten sich aber keine Gedanken gemacht, weil sie schon vor Ablauf des Parkscheins auf dem Rückweg gewesen wären. Umso erstaunter waren die Müllers, als sie an ihrem Auto ein Knöllchen, also einen Bescheid über eine Ordnungswidrigkeit, vorfanden. Als Tatzeit wurde darauf 11.57 Uhr angegeben. Doch genau bis dahin war auch der Parkschein gültig. "Das hat uns sehr gewundert, und wir haben schriftlich Widerspruch dagegen eingelegt", sagt Matthias Müller.

Udo Eckert, Fachanwalt für Verkehrsrecht aus Freiberg, kann den Ärger verstehen. "Tatsächlich ist es so, dass das Überschreiten der Parkzeit sofort geahndet werden kann", sagt er. "Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes müssen also nicht noch ein wenig warten. Hier allerdings ist schon ungewöhnlich, dass die Tatzeit gleichzeitig die letzte Minute der Parkzeit ist. Da hat jemand etwas voreilig gehandelt, was nicht gerade besucherfreundlich ist." Aus dem Augustusburger Rathaus gab es auf die "Freie Presse"-Anfrage, warum der Bescheid wegen Falschparkens bereits mit Ablauf der Parkzeit ausgestellt wurde, trotz mehrfacher Nachfrage keine Antwort.
Schlosschefin Patrizia Meyn bedauert es, dass Gäste ein "Knöllchen" erhielten - und das vor Ablauf der Zeit. "Darüber sollte allerdings eine sachliche Beweislage vorliegen, die seitens der Stadtverwaltung zu klären ist", antwortete sie gestern.

Der Verwarngeldbescheid. Als Tatzeit wird 11.57 Uhr angegeben.

Foto: privat

Ob der Widerspruch der Müllers erfolgreich sein kann - das Verwarngeld haben sie übrigens bezahlt - konnte Anwalt Udo Eckert indes nicht sagen. "Das entscheidet die Behörde oder ein Gericht", so der Experte. Im Fall der Müllers kam die Entscheidung aus Augustusburg in Form eines Überweisungsscheins. "Der wurde uns als Reaktion auf den Widerspruch zugeschickt", sagt Matthias Müller, dessen Frau daraufhin zum Telefonhörer gegriffen habe, um nachzuhaken. "Nach dem zweiten Satz hat die Mitarbeiterin des Rathauses einfach aufgelegt", sagt Müller. "Das brachte das Fass zum Überlaufen. So etwas haben wir noch nicht erlebt. Für die Stadt ist das keine Reklame." Auch dazu wurden die Verantwortlichen im Rathaus von "Freie Presse" schriftlich befragt. Weder zum Grund der Ablehnung des Widerspruchs noch zum angeblich abrupt beendeten Telefonat gab es eine Reaktion - obwohl die Stadtverwaltung sonst mit Urlaubskomplettangeboten oder einer modernen Touristinformation besucherfreundlich punkten will und damit offensiv wirbt.

Dass es bei Park-Tickets auch kulanter geht, zeigt die Stadt Freiberg. "Hier wird nach Ablauf der kostenlosen 15-Minuten-Parkscheine drei Minuten gewartet, ob der Halter zurückkehrt, ehe ein Knöllchen ausgestellt wird, bei bezahlten Tickets sogar zehn Minuten", erklärt Pressesprecher Christian Möls.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 20.03.2017
    07:39 Uhr

    Pixelghost: @1953866, "Vielleicht haben sie vorher wo anders im Ort geparkt? Vielleicht haben sie noch ein neues Ticket gezogen weil die Zeit knapp wurde."

    Wie viele 'vielleicht' wollen Sie noch erfinden?

    Ich halte mich an das was in den beiden Artikeln steht und geht davon aus, dass die FP die Aussage der Müllers richtig wiedergibt und nichts weglässt.

    Aber das hat ja mit dem Thema nichts zu tun. Es geht ja nur um Touristen, die sich durch die Stadtverwaltung Augustusburg ungerecht behandelt fühlen. Die Umstände haben natürlich mit dem Thema nichts zu tun. Genau.

    Und ich ziehe mir die Hose mit der Beißzange an.

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  • 19.03.2017
    14:34 Uhr

    1953866: @Pixelghost, "Die Müllers haben einen schönen Tag im Schloss Augustusburg verbracht? Von 10:57 bis 11:57 Uhr?" Vielleicht haben sie vorher wo anders im Ort geparkt? Vielleicht haben sie noch ein neues Ticket gezogen weil die Zeit knapp wurde. Es ist ja in aller Regel nicht verboten, noch mal eine Stunde nach zu lösen. Aber wie ich schon schrieb, hat das doch mit dem Thema nichts zu tun!
    "Wenn die Parkzeit um 11.57 Uhr abläuft muss ich auch um 11.57 Uhr mit meinem Fahrzeug von der Parkfläche runter sein." Nö, wenn wir schon Erbsen zählen, dann muss ich 11:57 Uhr und 59 Sekunden das Parken beenden. Ich kann noch paar Runden auf dem Parkplatz drehen, ich parke dann ja nicht mehr. Übrigens hat eine Minute 60 Sekunden. Man kann jemanden vom Weiten (das ist ja keine definierte Entfernung) sehen und trotzdem innerhalb von 60 Sekunden am Fahrzeug sein. Die Politesse hätte eben noch eine Minute warten müssen. Bei 11:58 Uhr also einer Minute Parkzeitüberschreitung kann man zwar wegen dieser Pingeligkeit verärgert sein, wäre dann aber formal im Unrecht. Aber nicht so!

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  • 19.03.2017
    13:06 Uhr

    Pixelghost: Wenn die Parkzeit um 11.57 Uhr abläuft muss ich auch um 11.57 Uhr mit meinem Fahrzeug von der Parkfläche runter sein.

    Dass die Politesse das Strafticket um 11.57 Uhr ausstellt - und ich gehe mal davon aus, dass der Drucker die Zeit festlegt, ohne dass die Politesse darauf zugreifen kann - ist schon arg am Limit.
    Aber zu diesem Zeitpunkt waren die Müllers offensichtlich nicht an ihrem Fahrzeug. Sonst hätten sie ja nicht nach einem zuständigen Mitarbeiter suchen müssen (bis nach 12 Uhr). Die Politesse hätte ja neben ihnen gestanden. Es gab also keinen direkten Kontakt mit der Politesse, im Gegenteil, sie sahen sie von Weitem den Parkplatz verlassen.

    In C-Town machen die Politessen Fotos von Parkverstößen. Wie ist das in Augustusburg? Ich weiß es nicht, denn ich war bis jetzt IMMER rechtzeitig vom Parkplatz runter... wo auch immer.

    Die Müllers haben einen schönen Tag im Schloss Augustusburg verbracht? Von 10:57 bis 11:57 Uhr?

    Ach nein, sie waren ja sogar vor der ablaufenden Parkzeit schon wieder auf dem Rückweg - nach einem schönen "Tag" im Schloss...

    Das passt doch alles hinten und vorne nicht.

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  • 17.03.2017
    20:55 Uhr

    1953866: @Felto84, muss man das verstehen? (Sie machten sich vor Ablauf auf dem Weg, offensichtlich nicht, sonst hätte das Auto zu dem Zeitpunkt nicht mehr dort gestanden.) Hä, wie bitte?
    "Schon von weitem haben wir eine Politesse gesehen, die gerade den Parkplatz verließ" Auf dem Weg machen, das ist ja hier ziemlich eindeutig, bedeutet zu Fuß in Richtung Auto. Gut möglich, dass sie 11:57 Uhr und 58 Sekunden am Auto waren. Vielleicht, ganz schlimm, aber auch erst 11:58 Uhr und 12 Sekunden. Ändert aber nichts am falschen Tatvorwurf.
    ?Wenn 11.57 die Parkzeit abläuft muss ich auch spätestens 11.57 drin sitzen? Falsch, ich muss mindestens 5 Minuten vorher da sein. Schließlich muss ich noch den vorgeschrieben Check, Kontrolle der Beleuchtung, Bremsen, Ölstand, Kühl-und Bremsflüssigkeit durchführen. Und wehe das Fahrzeug springt nicht sofort, sondern erst nach dem dritten Versuch an!
    Bin ich im falschen Film? Es geht nicht darum, dass die Parkzeit um 10 Minuten oder 10 Stunden überschritten wurde. Die Herrschaften waren unmittelbar nach Ausstellung des unberechtigten Knöllchens am Fahrzeug!
    Ihren letzten beiden Absätze kann ich dann aber wieder zum großen Teil zustimmen.

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  • 17.03.2017
    18:16 Uhr

    Felto84: "Die Erzgebirger hätten sich aber keine Gedanken gemacht, weil sie schon vor Ablauf des Parkscheins auf dem Rückweg gewesen wären." - Offensichtlich nicht, denn sonst hätte das Auto zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dort gestanden. Man muss offensichtlich falsche Äußerungen nicht durch den Konjunktiv aufwerten! Wenn mein Zug 17.30 am Bahnhof abfährt, reicht es auch nicht, wenn ich 17.30 zu Hause losgehe. Da muss ich im Zug sitzen! Wenn 11.57 die Parkzeit abläuft muss ich auch spätestens 11.57 drin sitzen und nicht so weit vom Auto weg sein, dass man die Knöllchenausstellung gar nicht mitbekommt.

    Die Politesse sollte auch nochmal zur Nachschulung und Zahlen lesen lernen. Zum Zeitpunkt der Kontrolle war die Stunde offensichtlich noch nicht abgelaufen.

    Offenbar leiden hier alle Beteiligten an Wahrnehmungsstörungen und die Rathausmitarbeiter sind auch völlig fehl am Platz, (wenn die Schilderung so stimmt).

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