Blitzer in Mittelsachsen.Foto: Tilo Steiner
Vorsicht Blitzer! Hier gibt es teure Fotos im Landkreis Mittelsachsen
Landkreis will 2012 verstärkt bei Buß- und Verwarngeldern kassieren
Flöha/Freiberg. Auf die Autofahrer haben es im Landkreis Mittelsachsen mittlerweile viele abgesehen. Neben dem Landratsamt sind das die Polizeidirektionen Chemnitz-Erzgebirge und Westsachsen sowie die Städte Freiberg, Döbeln und Frankenberg. Denn: Städte mit mehr als 10.000 Einwohnern dürfen seit 2008 ebenfalls auf Raserjagd gehen. Das tut offenbar auch Not. Denn laut Polizeisprecher Frank Fischer wurden 2010 im gesamten Direktionsbereich 161.744 Regelverstöße gemessen.
"Gängelei" der Autofahrer
Burgstädt macht von seinem Recht jedoch nicht Gebrauch. Aus zwei Gründen: Einerseits lohnt sich der Aufwand finanziell mit Blick auf Investitionen in Technik und Personal kaum. Andererseits hat die Stadt nur 46 Kilometer eigene Straßen. "Wir müssten von Montag bis Freitag messen. Das wäre eine Gängelei der Autofahrer und sorgt nur für böses Blut", sagt Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler). Dennoch beobachte man das Fahrverhalten akribisch und stimme sich mit der Polizei über Blitzerstandorte ab. Ein Schwerpunkt sei das Sportzentrum Am Taurastein im Bereich der Gartensiedlung. Dort kommt es sehr oft zu Überschreitungen der Geschwindigkeit, sagt Naumann.
Im Gegensatz zum Burgstädter Rathauschef geben sich die anderen Behörden zugeknöpft. André Kaiser, der Sprecher des Landratsamtes Mittelsachsen, erklärt: "Es gibt keine bevorzugten Kontrollstellen. Die Kontrollen werden flächendeckend so durchgeführt, dass das gesamte Territorium berücksichtigt wird." Die Messeinrichtungen würden an Stellen mit starkem Fußgänger- und Fahrzeugverkehr sowie an Unfallschwerpunkten eingesetzt. "Anhaltspunkte, dass es an bestimmten Messstellen gehäuft zu Geschwindigkeitsverstößen kommt, gibt es nicht", sagt Kaiser. Diese Aussagen erweisen sich in der Praxis jedoch als fragwürdig. Allein der Blick in die wöchentlichen Blitz-Tipps der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge zeigt sehr wohl, dass Polizei und Kreisbehörde an einigen Orten besonders häufig kontrollieren. So tauchen die Bundesstraßen 173 zwischen Freiberg und Oberschöna, und 101 zwischen Kleinwaltersdorf, Großvoigtsberg und Freiberg sowie die Staatsstraße 250 zwischen Mittweida und Rochlitz vergleichsweise häufig auf.
Polizei: Profit spielt keine Rolle
Schlagen die Behörden vor allem dort zu, wo hohe Einnahmen garantiert sind? Polizeisprecherin Daniela König weist dies zurück: "Kontrollen gibt es vor allem an Unfallschwerpunkten und Stellen, an denen häufig Tempolimits überschritten werden." Die Kontrollen dienten der Verkehrssicherheit und nicht der Geldbeschaffung. Denn: Raserei ist "nach wie vor die Unfallursache Nummer eins", sagt König.
Und der Chef der Verkehrswacht Mittweida, Werner Hoffmann, ergänzt: "Blitzen ist keine Abzocke, wenngleich nicht alle Standorte nachvollziehbar sind. Die Autofahrer müssen sich aber nur an die Regeln halten, dann passiert nichts."
Diese Aussagen untermauert der Döbelner Stadtsprecher Thomas Mettcher. "Wir blitzen nicht, um Geld zu verdienen. Es geht um die Sicherheit." So setzt die Stadt ihren mobilen Blitzer vor allem vor Schulen und in Tempo-30-Zonen wie der Bahnhofstraße (Bundesstraße 175) ein. Das Landratsamt Mittelsachsen misst im Kreisgebiet an 1060 Stellen mit zwei Radarmess- und einem Lasergerät.


