Wohltat kommt nicht überall an

Sozialpass ermöglicht einkommensschwachen Bürgern Ermäßigungen bei Eintritten und Gebühren

Augustusburg. Die Nutzung städtischer Einrichtungen in Augustusburg soll für Inhaber des Sozialpasses ab dem kommenden Monat billiger werden. Auf der nächsten Sitzung des Stadtrates werden die Mitglieder des Gremiums über diese Vergünstigungen entscheiden. "Stimmen die Ratsmitglieder zu, wird den Betroffenen die Aufnahmegebühr für unsere Bibliotheken in Höhe von fünf Euro komplett erlassen. Die Benutzungsgebühren für das Stadtarchiv werden halbiert", erläutert Kai-Michael Zille, Hauptamtsleiter in der Stadtverwaltung Augustusburg.

"Wir wollen das Angebot des Sozialpasses bei unseren Bürgern noch bekannter machen", begründet Bürgermeisterin Evelyn Jugelt (CDU) den Beschlussvorschlag. Die bislang etwa 30 ausgestellten Sozialpässe für Einwohner des Stadtgebietes Augustusburg seien verhältnismäßig wenig. Denn: "Sicherlich gibt es wesentlich mehr Bürger, die einen Anspruch auf den Sozialpass haben", schätzt die Stadtchefin. Etwa 100 Flöhaer machen pro Jahr von ihrem Sozialpass Gebrauch, in Oederan sind es sogar mehr als 300.

"Besonders gern wird das Angebot beispielsweise für das Oederaner Stadtbad genutzt. Schon seit 2005 gibt es für Erwachsene einen ermäßigten Eintritt, und Kinder erhalten sogar eine Karte kostenlos", erklärt Sachbearbeiterin Simone Wadewitz. Sie schätzt das Angebot als besonders wertvoll, denn damit werde sozial benachteiligten Menschen die Teilhabe am öffentlichen Leben zumindest finanziell erleichtert.

Aber auch vielfältige kulturelle Angebote können Sozialpassinhaber mit Ermäßigungen nutzen. "Leider wird dieser Vorteil beispielsweise für Keramikkurse in unserem Haus noch relativ wenig genutzt. Immerhin halbiert sich die Kursgebühr pro Semester, wenn man den Sozialpass bei uns vorzeigt", erklärt Rolf Büttner, Leiter der Volkskunstschule Oederan. Etwa zehn- bis 20-mal komme es vor, dass ein Teilnehmer den Sozialpass vorlege.

65 Leubsdorfer haben bei Gemeindeamtsmitarbeiterin Barbara Kempe einen Sozialpass erhalten. "Zwar gibt es bei uns im Ort keine Ermäßigungen, dennoch wissen die Inhaber, dass sie den Pass im gesamten Landkreis auch in anderen Einrichtungen nutzen können", sagt Barbara Kempe. In Eppendorf sind es 154 Bürger, die regelmäßig in der Gemeindeverwaltung die Nachweise für den Anspruch auf die Bescheinigung vorlegen.

 
erschienen am 25.01.2012 ( Von Verena Toth )
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