Blick auf das weit reichende Gelände der "Alten Baumwolle" in Flöha. Dort wird am 11. September der Tag des offenen Denkmals in der mittelsächsischen Region eröffnet. Der Komplex "Wasserbau" im Vordergrund wurde bereits saniert. Das Gebäude im Hintergrund soll auch rekonstruiert werden.
Foto: Verena Toth
Zeitalter der Technik im Blick
"Romantik, Realismus, Revolution - das 19. Jahrhundert" - unter diesem Thema öffnen am 11. September Gebäude, Objekte und Institutionen
Flöha. Der Tag des offenen Denkmals wird in diesem Jahr für Mittelsachsen in der Stadt Flöha eröffnet. Unter dem Motto "Romantik, Realismus, Revolution - das 19. Jahrhundert" widmen sich die Denkmalschützer einer breiten Epoche der Bau- und Kunstgeschichte mit technischen Neuerungen. Die Auftaktveranstaltung in Flöha findet im Gebäudeensemble der über 200 Jahre alten Baumwollspinnerei, direkt an der Zschopau gelegen, statt.
Falk-Uwe Langer vom Referat Denkmalschutz im Landratsamt Mittelsachsen nennt Flöha als Eröffnungsort einen Glücksfall. "Wir haben viele fleißige Mitstreiter gefunden", sagt er, "von der Stadtverwaltung über Vereine bis zu Privatpersonen, die das Ereignis mit vorbereiten."
Die ehemalige Baumwollspinnerei in Flöha, kurz "Alte Baumwolle" genannt, sei aus seiner Sicht ein eindrucksvolles bauliches und kulturhistorisch wichtiges Zeugnis des 19. Jahrhunderts. "Der technische Fortschritt hatte Einzug gehalten", blickt Langer zurück. "Fabriken wurden gegründet, die Industrie erlebte einen Aufschwung und den Beginn sozialer Verhältnisse. Das heißt, Fabrikbesitzer kümmerten sich um ihre Arbeiter, schufen Wohnungen für sie." Auf der anderen Seite, macht er deutlich, wurde mit Fabrikgründung oft die Ökologie vernachlässigt. "So wurde in Flöha für die Baumwollspinnerei ein ganzer Wald abgeholzt - dafür als Pendant ein schöner Park geschaffen."
Und noch ein anderer Fakt habe den Ausschlag für Flöha als Auftaktort gegeben: Mit Beginn der schrittweisen Sanierung der "Alten Baumwolle" ist ein Teil der historischen Industrieanlage mit modernen Räumen für Bibliothek und Vereine zu neuem Leben erwacht. Zum Denkmaltag werden zwei weitere marode Gebäude, die eine neue Nutzung erfahren sollen, erstmals für Besucher geöffnet. So die Shedhalle, die künftig als Kindertagesstätte umgebaut werden soll. Außerdem das Gebäude "Oederaner Bau", in dem die katholische Kirche Interesse zur Umgestaltung und Nutzung signalisiert hat.
Eines machte Langer deutlich: Nicht bei allen Fabrikgebäuden in Flöha sei die Zukunft gesichert. Im Stadtteil Gückelsberg an der Dresdner Straße gebe es mit der alten Spinnerei ein Zeugnis der Industriekultur - "aber schwerst geschädigt." Zum Glück sei die ehemalige Fabrikantenvilla Gückelsberg von jungen Leuten ausgebaut worden.
Eröffnung
In Mittelsachsen wird der Tag des offenen Denkmals am 11. September um 10 Uhr im Stadtsaal der "Alten Baumwolle" Flöha, Claußstraße 3, eröffnet. Die Reden halten CDU-Landrat Volker Uhlig und CDU-Oberbürgermeister Friedrich Schlosser. Über die Geschichte informiert Ehrenbürger und Ortschronist Lothar Schreiter. Bis 13 Uhr gibt es Infos zu den bevorstehenden Baumaßnahmen. Neben der Veranstaltung in der Baumwolle besteht auch die Möglichkeit, die Villa Gückelsberg zu besichtigen. www.floeha.de


