So sieht das an der Leipziger Straße in Freiberg neu entstehende Laborgebäude für die Fakultät Chemie und Physik aus.
Foto: Visualisierung Code Unique Architekten/SIB
Alter Hörsaal muss weichen
Baugeschehen an TU Bergakademie wird fortgesetzt
Freiberg. Auch wenn Rektor Bernd Meyer bei den gestiegenen Studentenzahlen einen zu schleppenden Baufortschritt an den Gebäuden der TU Bergakademie befürchtet, stehen jetzt zumindest einige Maßnahmen an. Am Montag soll der Abriss des alten Mathematikhörsaals an der Leipziger Straße beginnen. Das hat der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement angekündigt. Der Hörsaal macht einem dreigeschossigen Neubau Platz, in dem die Fakultät Chemie und Physik neue Laborräume erhält. Das 20-Millionen-Euro-Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) und des Freistaates Sachsen gefördert. Mit dem Tagungssaal des DBI-Gebäudes an der Halsbrücker Straße wurde ein Ausweich-Hörsaal gefunden, erklärt Jens Then, Dezernent für Bau- und Gebäudemanagement der TU.
Mitte April beginnen die Rohbauarbeiten. Auf einer Grundfläche von knapp 1400 Quadratmetern entsteht nach Informationen aus dem Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) ein dreigeschossiger Quader. Das Gebäude wird durch ein mit Kies bedecktes Flachdach und eine Betonfertigteilfassade umschlossen. Markant sind die großflächigen Kastenfensterelemente, die etwa 30 Zentimeter aus der Fassade hervorstehen. Der Neubau, so heißt es, werde durch einen nach Norden und Süden verglasten Verbindungsbau über alle Etagen mit dem bestehenden Komplex des Clemens-Winkler-Baus verbunden. Der Außenbereich soll laut SIB so gestaltet werden, dass eine Verbindung von der Leipziger- zur Gustav-Zeuner-Straße entsteht.
Ein Stück vom Campus entfernt an der Brennhausgasse ist der Werner-Bau eingerüstet. Dort wird für rund 150.000 Euro das Dach gedeckt. Jens Then rechnet damit, dass die Arbeiten noch etwa sechs Monate dauern. Voraussichtlich 2013 steht dort eine umfangreichere Sanierung an. Hintergrund sind Mängel im Brandschutz, die eine längerfristige Nutzung des Domizils der Mineralogischen Sammlung unmöglich machen. Derzeit würden laut SIB die Planungen für die Sanierung laufen. Zu Kosten und Bauzeit konnte man im Staatsbetrieb aber noch nichts sagen. Das sei vom sächsischen Haushalt abhängig, erklärte Pressesprecherin Andrea Krieger.
Komplett saniert wird als dritte Maßnahme an den Gebäuden der TU das Haus Formgebung, Bernhard-von-Cotta-Straße 4. 16 Millionen Euro kosten die dort laufenden Bauarbeiten. Für das weichende Laborgebäude wurden Container als Interimsarbeitsstätte aufgestellt.
14 Millionen Euro 2011
An der TU Bergakademie sind in den vergangenen 21 Jahren rund 155Millionen Euro investiert worden, 14 Millionen davon 2011. Zwei große Baumaßnahmen wurden fertig: im Mai 2011 der erste Bauabschnitt des Neubaus Hallenkomplex (Technikum für Maschinen- und Verfahrensentwicklung), Lampadiusstraße, für sieben Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II, im August 2011 der Neubau Laborgebäude des IEC auf der "Reichen Zeche" für sieben Millionen Euro, finanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre).


