Altkreis hält zusammen

Geschlossenheit zwischen Flöha und Neuhausen lässt den MSN-Entscheid scheitern

Freiberg. Höhere Wahlbeteiligung, eindeutigeres Votum - der Altkreis Freiberg hat am Sonntag beim Bürgerentscheid über das mittelsächsische Kfz-Kennzeichen auf beeindruckende Weise zusammengehalten. In keiner Kommune erreichte die Quote der MSN-Befürworter den zweistelligen Bereich. Anders sah das mit den Stimmen gegen MSN in den Altkreisen Döbeln und Mittweida aus.

Zudem gab es dort zwar 167.268Wahlberechtigte und damit 49.403 mehr als in Freiberg/Flöha. Tatsächlich nahmen aber lediglich rund 91.000 Einwohner an der Abstimmung teil - damit schrumpfte das Plus auf den Raum Freiberg, wo rund 71.000 ihr Kreuz machten, auf 20.000. Darüber hinaus war die Zahl der FG-Freunde mancherorts überraschend hoch.

Am Ende stimmten in Mittelsachsen 52,67Prozent der Wähler gegen MSN. Damit bleibt es bei dem Nummernschildkürzel, das bereits vom Kreistag mit knapper Mehrheit für den neuen Landkreis auserkoren worden war: FG. Die Entscheidung fiel allerdings erst nach Mitternacht, als die Auszählung in der Stadt Freiberg als größtem von 61Abstimmungsbezirken abgeschlossen war und die geballte Macht von 17.840 Nein-Stimmen das Ergebnis kippen ließ.

Rocco Werner, Chef der Bürgerinitiative "Pro MSN" und Stadtvorsitzender der Döbelner FDP, hatte schon halb zwölf geschwant, dass es nicht reichen würde. Nach der Kreistagsentscheidung für FG im vergangenen Herbst hatte der Chef einer Computerfirma ein Bürgerbegehren ins Leben gerufen und 39.513gültige Unterschriften pro MSN gesammelt - das reichte, um den Bürgentscheid zu erzwingen. Nun zeigte sich der 34-Jährige, der gemeinsam mit einigen Mitstreitern rund 35.000 Euro Privatmittel in die Kampagne gesteckt hat, als guter Verlierer. "Das ist für mich keine Niederlage, sondern eine demokratische Entscheidung. Wir haben trotzdem etwas geschafft, was es in dieser Form hier noch nicht gab." Zumindest bei der Stadtratswahl in Döbeln hat sich Werners Engagement tatsächlich ausgezahlt. Dort erreichte der mittlerweile prominenteste Kommunalpolitiker der Stadt das beste Ergebnis aller Kandidaten.

In Freiberg feierte am Montag Benjamin Karabinski von der Gegeninitiative "Pro FG" - pikanterweise ebenfalls ein Politiker der FDP. "Die Vernunft hat gesiegt", sagte er. "Für einen Landkreis ist es wichtig, ein klar identifizierbares zweistelliges Kennzeichen zu haben. Mit einem dreistelligen zeigt man nur an, dass man aus der tiefsten Provinz kommt, und das hat Mittelsachsen nicht verdient."

Gesamt Mittelsachsen

Ja zu MSN: 47,33%

Nein zu MSN: 52,67%

Stimmen Ja: 74.741

Stimmen Nein: 83.157

Wahlbeteiligung: 56,67%

Altkreis Freiberg

Ja zu MSN: 6,10%

Nein zu MSN: 93,90%

Wahlbeteiligung: 59,91%

Altkreis Mittweida

Ja zu MSN: 74,75%

Nein zu MSN: 25,25%

Wahlbeteiligung: 54,53%

Altkreis Döbeln

Ja zu MSN: 88,71%

Nein zu MSN: 11,29%

Wahlbeteiligung: 54,11%

Augustusburg

Ja zu MSN: 9,51%

Nein zu MSN: 90,49%

Wahlbeteiligung: 56,83%

Brand-Erbisdorf

Ja zu MSN: 4,60%

Nein zu MSN: 95,40%

Wahlbeteiligung: 53,64%

Bobritzsch

Ja zu MSN: 3,34%

Nein zu MSN: 96,66%

Wahlbeteiligung: 67,66%

Dorfchemnitz

Ja zu MSN: 4,19%

Nein zu MSN: 95,81%

Wahlbeteiligung: 68,73%

Eppendorf

Ja zu MSN: 4,95%

Nein zu MSN: 95,05%

Wahlbeteiligung: 59,31%

Falkenau

Ja zu MSN: 6,62%

Nein zu MSN: 93,38%

Wahlbeteiligung: 60,99%

Flöha

Ja zu MSN: 9,82%

Nein zu MSN: 90,18%

Wahlbeteiligung: 52,24%

Frankenstein

Ja zu MSN: 4,35%

Nein zu MSN: 95,65%

Wahlbeteiligung: 64,61%

Frauenstein

Ja zu MSN: 2,89%

Nein zu MSN: 97,11%

Wahlbeteiligung: 66,64%

Freiberg

Ja zu MSN: 6,70%

Nein zu MSN: 93,30%

Wahlbeteiligung: 56,42%

Großhartmannsdorf

Ja zu MSN: 5,47%

Nein zu MSN: 94,53%

Wahlbeteiligung: 68,92%

Großschirma

Ja zu MSN: 6,95%

Nein zu MSN: 93,05%

Wahlbeteiligung: 59,78%

Halsbrücke

Ja zu MSN: 4,15%

Nein zu MSN: 95,85%

Wahlbeteiligung: 66,39%

Hilbersdorf

Ja zu MSN: 5,23%

Nein zu MSN: 94,77%

Wahlbeteiligung: 58,27%

Leubsdorf

Ja zu MSN: 6,83%

Nein zu MSN: 93,17%

Wahlbeteiligung: 61,79%

Lichtenberg

Ja zu MSN: 4,60%

Nein zu MSN: 95,40%

Wahlbeteiligung: 76,01%

Mulda

Ja zu MSN: 3,09%

Nein zu MSN: 96,91x%

Wahlbeteiligung: 67,24%

Neuhausen

Ja zu MSN: 5,48%

Nein zu MSN: 94,52%

Wahlbeteiligung: 60,17%

Niederwiesa

Ja zu MSN: 8,57%

Nein zu MSN: 91,43%

Wahlbeteiligung: 66,05%

Oberschöna

Ja zu MSN: 4,13%

Nein zu MSN: 95,87%

Wahlbeteiligung: 69,72%

Oederan

Ja zu MSN: 6,77%

Nein zu MSN: 93,23%

Wahlbeteiligung: 60,61%

Rechenberg-Bienenmühle

Ja zu MSN: 3,97%

Nein zu MSN: 96,03%

Wahlbeteiligung: 70,69%

Reinsberg

Ja zu MSN: 5,98%

Nein zu MSN: 94,02%

Wahlbeteiligung: 61,66%

Sayda

Ja zu MSN: 5,34%

Nein zu MSN: 94,66%

Wahlbeteiligung: 63,05%

Weißenborn

Ja zu MSN: 5,28%

Nein zu MSN: 94,72%

Wahlbeteiligung: 56,60%

Altmittweida

Ja zu MSN: 77,23%

Nein zu MSN: 22,77%

Wahlbeteiligung: 58,41%

Burgstädt

Ja zu MSN: 77,07%

Nein zu MSN: 22,93%

Wahlbeteiligung: 50,63%

Claußnitz

Ja zu MSN: 80,21%

Nein zu MSN: 19,79%

Wahlbeteiligung: 60,52%

Erlau

Ja zu MSN: 80,43%

Nein zu MSN: 19,57%

Wahlbeteiligung: 69,59%

Frankenberg

Ja zu MSN: 62,59%

Nein zu MSN: 37,41%

Wahlbeteiligung: 49,70%

Hainichen

Ja zu MSN: 63,71%

Nein zu MSN: 36,29%

Wahlbeteiligung: 52,96%

Hartmannsdorf

Ja zu MSN: 75,34%

Nein zu MSN: 24,66%

Wahlbeteiligung: 55,42%

Lunzenau

Ja zu MSN: 78,71%

Nein zu MSN: 21,29%

Wahlbeteiligung: 51,29%

Mittweida

Ja zu MSN: 81,67%

Nein zu MSN: 18,33%

Wahlbeteiligung: 52,16%

Penig

Ja zu MSN: 75,45%

Nein zu MSN: 24,55%

Wahlbeteiligung: 49,21%

Rochlitz

Ja zu MSN: 78,08%

Nein zu MSN: 21,92%

Wahlbeteiligung: 51,75%

Döbeln

Ja zu MSN: 91,81%

Nein zu MSN: 8,19%

Wahlbeteiligung: 51,23%

Hartha

Ja zu MSN: 89,48%

Nein zu MSN: 10,52%

Wahlbeteiligung: 51,98%

Leisnig

Ja zu MSN: 88,58%

Nein zu MSN: 11,42%

Wahlbeteiligung: 54,48%

Roßwein

Ja zu MSN: 82,33%

Nein zu MSN: 17,67%

Wahlbeteiligung: 52,49%

Waldheim

Ja zu MSN: 87,00%

Nein zu MSN: 13,00%

Wahlbeteiligung: 52,49%

 
erschienen am 08.06.2009
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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