Auf der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Mittelsachsen gab es am Samstag in der Freiberger Neuen Mensa auch viel Skepsis. Zu den Kritikpunkten gehörte der Katastrophenschutz .
Foto: Eckardt Mildner
Bei der Feuerwehr brennt die Luft
Kritik überwiegt auf Delegiertenkonferenz des Kreisfeuerwehrverbands - Landeschef wirft Regierung Wahlbetrug vor
Freiberg. Freiberg. Der Kreisfeuerwehrverband Mittelsachsen kommt 14 Monate nach seiner offiziellen Gründung langsam ins Laufen. Dabei stolpert er auch noch etwas, wie sich am Sonnabend in Freiberg gezeigt hat: Gut neun Stunden haben die rund 200 Delegierten aus den drei Alt-Kreisverbänden zusammengesessen, bevor die neuen Satzungen verabschiedet und der neue Vorstand gewählt waren.
Die am Vormittag geplante Auflösung des Altkreis-Feuerwehrverbandes Freiberg musste ausgesetzt werden, weil nicht wie in der Satzung gefordert mindestens 80 Prozent der Delegierten anwesend waren. Sie soll jetzt binnen vier Wochen nachgeholt werden. Das gleiche Problem gab es auch bei Mittweida und Döbeln, allerdings war hier verfahrensrechtlich vorgebaut worden. "Es ist sehr schade, dass einige Wehren durch Abwesenheit glänzen und darauf verzichten, ihre Interessen zu vertreten und Demokratie mitzugestalten", bedauerte Ehrenfried Keller, der als Vorsitzender wiedergewählt wurde. Allerdings sei "eine Vier-Fünftel-Teilnahme selbst in guten Zeiten nie erreicht" worden, schränkte er ein.
Der Verdruss kommt bei vielen Einsatzkräften nicht von ungefähr, wie Siegfried Bossack, der Chef des Landesfeuerwehrverbands Sachsen, vor den Delegierten erklärte. Außer in Sonntagsreden lasse es der sächsische Landtag an Unterstützung für die Feuerwehren im Freistaat fehlen. "Der Ministerpräsident hat uns an der Nase herumgeführt und im Wahlkampf ausgenutzt", warf Bossack Stanislaw Tillich sogar Wahlbetrug vor. Der CDU-Spitzenpolitiker habe die Einführung einer Feuerwehrrente versprochen, aber nicht dazu gesagt, dass die von den Kommunen bezahlt werden soll, die angesichts der Krise kein Geld haben.


