Bergakademie kündigt Direktor des Instituts für Eisen- und Stahltechnologie
Universitätsleitung hält sich zu Hintergründen bedeckt
Freiberg. Die TU Bergakademie Freiberg hat diese Woche überraschend den Direktor des Instituts für Eisen- und Stahltechnologie vor die Tür gesetzt. Rektor Bernd Meyer bestätigte das auf Anfrage der "Freien Presse" und betonte: "Das Dienstverhältnis ist nach knapp zehn Jahren aufgelöst worden." Mehr werde er nicht sagen, da es sich um eine interne Personalangelegenheit handele. Die Lehre werde aber ohne Unterbrechung fortgesetzt. Studenten müssten keine Ausfälle befürchten. Der Professor hatte am 1. August 2002 den Direktorenposten übernommen.
Ob sein Rauswurf die Folge eines Rechtsverstoßes war, wollte Meyer nicht sagen. Weder bei der Staatsanwaltschaft noch bei der Polizeidirektion in Chemnitz lag am Freitag eine Anzeige dazu vor. Der geschasste Professor selbst war nicht für eine Stellungnahme zu den Hintergründen erreichbar.
Bei einem Klick auf die Internetseite des Institutes war mit Horst Biermann, Professor für Werkstofftechnik, bereits ein neuer amtierender Institutsdirektor eingetragen. Biermann hat danach die Leitung zum 31. Januar übernommen.
Erst im November war einem Professor der TU der Prozess gemacht worden, weil er zwei Doktoranden um Geld betrogen haben soll. Verurteilt worden war er vom Landgericht Chemnitz zu einer Haftstrafe von elf Monaten auf Bewährung und zur Zahlung von 4000Euro an einen gemeinnützigen Verein. Die Verteidigung wollte jedoch in Revision gehen. (gfl/jan)


