Roland Raabe erklärt den Brand-Erbisdorfern Mittelschülern Dominik Knäbel (links) und Kevin Engel den richtigen Umgang mit dem Luftgewehr.
Foto: Eckardt Mildner
Brand-Erbisdorf: Sportschütze Roland Raabe erhält seltene Auszeichnung
71-jähriger Mitstreiter der Schützengilde zu Brand 1835 trainierte zahlreiche Kreis- und Landesmeiszer
Brand-Erbisdorf. In den Worten von Vorstandsmitglied Jürgen Schramm klingt viel Freude mit: "Diese seltene Auszeichnung bekommt nicht jeder", sagt der 50-Jährige. "Die Schützengilde ist mächtig stolz auf Roland Raabe." Der Senior kümmert sich seit gut zwei Jahrzehnten um die Nachwuchsarbeit, macht die jungen Sportschützen für die Wettkämpfe auf Kreis- und Landesebene fit. Und das mit großem Erfolg. Dafür ist er beim Kreisschützentag vom Deutschen Schützenbund mit dem Ehrenkreuz in Silber geehrt worden.
Sicherheit wird groß geschrieben
Seit gut acht Wochen trainieren auch die Mittelschüler Kevin Engel und Dominik Knäbel immer montags auf den Anlagen der Schützengilde. Sie gehören zu den gegenwärtig sechs Jugendlichen, die sich zum Sportschützen ausbilden lassen, um später bei Wettkämpfen Preise zu holen. So erfolgreich wie unter anderem Monique Schramm und die Brüder Paul und Max Friedemann, die ebenso bei Urgestein Raabe das Einmaleins des Schießens gelernt haben. Doch bevor der Rentner die jungen Leute den richtigen Umgang mit den Schusswaffen und der Armbrust beibringt, stellt er eines klar: "Wir sind kein Fußballplatz, wo jeder rumballern kann, wie er will."
Vielmehr sollten die jungen Leute Lust für die Arbeit im Verein und Verantwortungsgefühl mitbringen. Denn Sicherheit werde bei den Brand-Erbisdorfern Schützen groß geschrieben. Immerhin gibt es auf dem Vereinsgelände nahe der B 101 gleich mehrere Anlagen: für Luftpistole, Kleinkalibergewehr und Großkaliberpistole.
Derzeit bereiten die über 70 Mitglieder der Schützengilde die für kommenden Samstag auf dem Vereinsgelände geplante Landesmeisterschaft im Sommerbiathlon vor. "Das ist eine Premiere. Wir sind erstmals Ausrichter der Wettkämpfe", sagt Vorstandsmitglied Schramm. Die Jüngsten greifen dann zum Lasergewehr, die Jugend beweist sich mit dem Luftgewehr, und die Erwachsenen müssen mit dem Kleinkalibergewehr die Ringe sammeln. Bisher seien mehr als 50 Starter gemeldet. "Das ist eine richtige Herausforderung - logistisch wie organisatorisch. Wir werden dann sogar die Straße vor dem Vereinsgelände aus Sicherheitsgründen halbseitig sperren", betont Schramm.
In diesem Zusammenhang hält er das kürzlich gefällte Urteil zum Schießen mit Flinten und Schrotmunition auf Wurftauben während eines Volksfestes in Leisnig für gerechtfertigt, wenn auch mit Abstrichen. "Sicherheit muss zwar immer vorgehen. Aber ein grundsätzliches Verbot halte ich für grenzwertig. Wenn der Verein beispielsweise während des Festes auf seinem Gelände einen Tag der offenen Tür veranstaltet und für genügend Sicherheit sorgt, können ich mir wiederum dort ein Tontaubenschießen vorstellen", erläutert Schramm.
Auch in diesem Jahr will sich die Schützengilde wieder an der Vereinsmesse in Brand-Erbisdorf beteiligen. "Das ist eine sehr gute Möglichkeit, neue Mitstreiter zu finden", ist Senior Raabe überzeugt.

