Frauenstein wird von vielen Bewohnern als lebenswertes Städtchen gesehen. Dazu äußerten sie sich in einer Umfrage.
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Bürger sehen ihre Stadt kritisch
Frauenstein ist für viele Einwohner lebenswert - In einer Umfrage kamen auch Anmerkungen sowie Vorschläge
Frauenstein. Als gepflegt und einladend bezeichnen jene Bewohner ihre Stadt Frauenstein, die sich jüngst an einer Bürgerbefragung innerhalb des Stadtgebietes beteiligt haben. Demnach sind die fünf Orte der Erzgebirgsstadt lebenswert vor allem für Familien sowie ältere Menschen. Und: 92 Prozent der Einwohner, die sich Zeit für die Befragung genommen haben, leben gern in ihr. Gleichzeitig bemängeln sie unter anderem fehlenden Zusammenhalt wie auch die schwere Erreichbarkeit der Stadt und der Stadtteile untereinander. Zudem fehle eine klare Linie, wie sich Frauenstein entwickeln soll.
Organisiert wurde die Umfrage, die vom 28. Oktober bis zum 2. Dezember 2011 unter dem Thema "Zusammenwachsen in Frauenstein" stand, von Projektmanagerin Andrea Mörke. Am Montagabend stellte die junge Frau, die bei der Stadtverwaltung arbeitet, erste Ergebnisse im Frauensteiner Stadtrat vor. Insgesamt wurden 1270 Fragebögen im Stadtgebiet verschickt, 193 Antworten kamen zurück. Es ging unter anderem um solche Fragen: Was zeigt man einem Besucher? Was mögen Sie an Frauenstein, was stört Sie? Was fehlt und was sollte im Stadtgebiet angeboten werden?
"Die meisten der Befragten würden ihren Gästen Burg und Schloss zeigen. Überrascht hat dabei, dass beides nicht in Einheit mit dem Silbermannmuseum gesehen wird", erklärte Andrea Mörke. Demnach wurden Museum und Erzgebirgslandschaft als eigenständige Punkte gesehen und als einladend bewertet.
"Kritisiert wurden beispielsweise weite Schulwege, schlecht ausgebaute beziehungsweise ungepflegte Rad- und Wanderwege", nannte sie weitere Punkte. Zudem besteht der Eindruck, im Stadtteil Frauenstein werde mehr getan als in den anderen Stadtteilen. "Insgesamt sollte es mehr sanierte Wohnungen und betreutes Wohnen geben. Auch die Sport- und Freizeitmöglichkeiten in allen Stadtteilen sowie richtiges DSL und eine weiterführende Schule wünschen sich Befragte", sprach die Projektmanagerin weitere Kapitel an. Ihrer Meinung nach müsse außerdem etwas getan werden, um das Ehrenamt besser zu würdigen. In der Umfrage sei der Eindruck entstanden, dass jene, die sich ehrenamtlich engagierten, zu wenig Aufmerksamkeit erfahren.
Nach der Auswertung der Fragebogenaktion will die Projektmanagerin nun ein Stadtleitbild schreiben, das Schwerpunkte für das Zusammenwachsen enthält. "Es wird auch ein Maßnahmekatalog für jeden Stadtteil entstehen, der kurzfristige, mittel- und langfristige Ziele setzt", blickte sie voraus. Dafür jedoch seien Mitstreiter in den Orten nötig. Außerdem müsse die Finanzierbarkeit von Projekten bedacht werden. "Konkret reden wir über einen Zeitraum bis 2025", sagte Andrea Mörke. Ihr Anspruch dabei: "Wir müssen in erster Linie etwas für die Bürger der Stadt tun, dann empfangen sie auch ihre Gäste freundlich."
Erstes Vorhaben Am 5. Mai ist ein Vereinswandertag durch das Stadtgebiet geplant, zu dem nicht nur die Vereinsvorsitzenden eingeladen sind.


