Clausnitzer Grundschule bleibt bestehen

Behörden geben grünes Licht für ein weiteres Jahr

Clausnitz. Aufatmen im Erzgebirge: Die Clausnitzer Grundschule ist gerettet - zumindest für das kommende Schuljahr. "Die Zweckvereinbarung zwischen unserer Gemeinde, der Stadt Frauenstein und den Gemeinden Hartmannsdorf-Reichenau sowie Hermsdorf ist von der Landesdirektion genehmigt worden", sagte am Freitag Thomas Drechsel, Hauptamtsleiter in Rechenberg-Bienenmühle.

Damit werden 15 Abc-Schützen mit Schuljahresbeginn in ihr Klassenzimmer in Clausnitz einziehen. Darunter sind jene drei Kinder aus Nassau, die den Fortbestand der Schule erst ermöglichten, weil ihre Eltern sich bereiterklärten, sie statt in Frauenstein in Clausnitz einzuschulen. Und noch eine Hürde ist genommen: Drei Kinder aus der Gemeinde Hartmannsdorf-Reichenau können ihre Grundschulzeit in Frauenstein beginnen.

"Wir haben die jetzige Lösung zum großen Teil der CDU-Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann zu verdanken. Sie hat sich sehr für uns eingesetzt", erklärte am Freitag Frauensteins Bürgermeister Reiner Hentschel. "Die Kultusministerin hat ihre Zusage gehalten, den Mitwirkungsentzug für Clausnitz aufzuheben, sobald zwischen den Gemeinden eine Zweckvereinbarung zur Neustrukturierung der Schulbezirke getroffen wird", erklärte dazu Veronika Bellmann. Seit Mai stand sie mit allen Betroffenen in Kontakt, um eine Lösung zu finden.

Zum Hintergrund: Frauenstein, Rechenberg-Bienenmühle und Hartmannsdorf-Reichenau führen derzeit Fusionsverhandlungen. Sie wollen ab 2013 die neue Stadt Frauenstein bilden. Dabei wurde klar, dass die Grundschule in Clausnitz für die neue erste Klasse statt der nötigen 15 nur 12 Schüler hat. Drei Nassauer Eltern erklärten sich bereit, ihre Kinder anstelle in Frauenstein in Clausnitz einschulen zu lassen. Wichtig war den Eltern aber, dass Clausnitz die erste Klasse bekommt, die Schule in Frauenstein trotzdem zwei Schulanfängerklassen mit 30 Kinder eröffnen kann und auch in der Grundschule Hermsdorf die erste Klasse nicht gefährdet ist. Dort lernen die Kinder aus Hartmannsdorf-Reichenau - drei Familien aber möchten ihre Kinder in Frauenstein einschulen. Trotzdem werden nun 19 Abc-Schützen in Hermsdorf eingeschult.

In der Zweckvereinbarung haben die Kommunen die Schulbezirke straßengenau zugeordnet, um die Einschulungen zu ermöglichen. Dem stimmte die Landesdirektion zu. Veronika Bellmann: "Die Zusammenarbeit der drei Gemeinden startet nicht mit einer Schulschließung. Nun ist es an ihnen, eine zukunftsfähige Struktur zu entwickeln."

 
erschienen am 10.08.2012 ( Von Astrid Ring )
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