Groß das Original, klein die Fälschung aus Brand-Erbisdorf im Fernsehen: Mirko Thiele hat am Dienstagabend Showpraktikant Elton als Doppelgänger bei "TV Total" vertreten.
Foto: Willi Weber/Pro Sieben
Das verräterische "Hallo Gölln"
Mirko Thiele aus Brand-Erbisdorf hat am Dienstagabend in der Fernsehsendung "TV Total" den Elton gegeben - Doppelgänger seit acht Jahren
Brand-Erbisdorf/Köln. Brand-Erbisdorf/Köln. Es war gegen 23.45 Uhr am Dienstagabend, als im Fernsehen eigentlich nichts Ungewöhnliches passierte. In der Fernsehsendung "TV Total" tritt nämlich an jedem Dienstag Elton, der Assistent von Moderator Stefan Raab, auf die Bühne, um seinem Chef und einem Kandidaten bei "Blamieren oder Kassieren" Fragen zu stellen. So war es auch in dieser Woche.
"Und hier ist Elton" sagte Raab, und aus der Kulisse kam wie immer der Mann mit dem knuffigen Gesicht und der Brille auf der Nase. Im roten Anzug, ins Publikum winkend. Doch als Elton "Hallo Gölln" sagte, wunderten sich bereits die ersten Zuschauer im Kölner Fernsehstudio und auch vor den Fernsehschirmen. Seit wann spricht der gebürtige Hamburger denn Sächsisch?
Die Antwort ist ganz einfach: Der Elton, der am Dienstagabend über den Fernsehschirm flimmerte, war nicht der echte Elton, sondern Mirko Thiele aus Brand-Erbisdorf. Nach acht Jahren Funkstille hatte sich Brainpool, die Produktionsfirma von "TV Total", an den Elton-Doppelgänger aus Sachsen erinnert. "Am vergangenen Freitag kam der Anruf", sagt Mirko Thiele. "Die haben gesagt, dass Elton in Spanien ist und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihn bei ,Blamieren oder Kassieren' zu vertreten."
Und das, nachdem er acht Jahre lang nichts aus Köln gehört hatte. Im Jahr 2002 hatte Thiele nämlich einen Doppelgängerwettbewerb gewonnen. Er war aus mehreren Kandidaten ausgewählt worden, die alle dachten, dass sie dem Showpraktikanten, der inzwischen eigene Sendungen im TV hat, ähnlich sehen. Bereits vorher hatte er in seiner Heimatstadt Brand-Erbisdorf den Spitznamen "Elton" bekommen, denn eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen.
Seit dem Wettbewerb hatte der 33-Jährige allerdings nichts mehr von der Produktionsfirma gehört, umso überraschender war dann der Anruf. "Ich habe relativ schnell zugesagt", sagt Thiele. "Unter der Bedingung, dass sich die Produktionsfirma um alles kümmert." Schnell war für den Dienstag ein Flug nach Köln gebucht, wo es sofort in die Maske ging. "Dort habe ich auch Stefan Raab das erste Mal getroffen", sagt Thiele. "Er hat gestaunt und gesagt, dass wir in Zukunft mehr zusammen machen müssen."
16.30 Uhr startete dann die Aufzeichnung der Sendung. "Wir haben alles nur einmal gemacht. Ich war aufgeregt wie verrückt", sagt Mirko Thiele. Das Publikum im Studio und auch der Kandidat der Ratesendung hätten nichts davon gewusst, dass ein falscher Elton kommt. "Die haben es aber gemerkt, als ich die Gusche aufgemacht habe", lacht Thiele. "Nach meinem Auftritt hat Raab dann das Studio aufgeklärt." Im Fernsehen war das allerdings nicht zu sehen. Und so werden sich Tausende Zuschauer auch weiterhin wundern, warum der Hamburger Elton plötzlich Sächsisch kann und das Publikum in Köln mit "Hallo Gölln" begrüßt.
"Ich habe vor der Sendung hinter der Bühne auch getestet, ob mich die Mitarbeiter der Produktionsfirma erkennen", sagt Mirko "Elton" Thiele. "Ich weiß ja nicht, wen er von denen wirklich kennt, aber Fakt ist, dass sie alle zurückgegrüßt haben", muss er selbst über die Ähnlichkeit lachen. "Wenn ich die Klappe halte, scheine ich tatsächlich als Elton durchzugehen."


