Lina Dietrich mit Therapeutin Mandy bei der Delfintherapie mit Therapeutin Mandy.
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Delfin Chapi bringt Lina zum Lachen
Brand-Erbisdorfer Spenden ermöglichen kleinem Mädchen Therapie in Curacao
Brand-Erbisdorf. Lina blickt gebannt auf den Bildschirm und lacht. Auf dem Video ist sie zu sehen: im Wasser, auf dem Arm von Therapeutin Mandy, vor ihnen albert ein Delfin namens Chapi herum. Lina quietscht fröhlich, als ihre Mutter dazu den Gesang des Meeressäugers einspielt. Sie erinnert sich an die Delfin-Therapie, und das ist für das zarte Kind mit den leuchtend blauen Augen und den blonden Haaren ein Erfolg. Denn es leidet am seltenen Angelman-Syndrom, das eine altersgerechte Entwicklung weitestgehend blockiert.
"Wir müssen keine Angst mehr haben, sie ist sicherer geworden", fasst Linas Mutter Evelin Dietrich das Ergebnis der zweiwöchigen Therapie auf den niederländischen Antillen zusammen. "Es hat sich gelohnt, sie so glücklich zu sehen." Die Augen der 31-Jährigen strahlen: Sieben Wochen lang blieb ihre Tochter erstmals von sogenannten emotionalen Versteifungen, einer Art Zwangshaltung, verschont, ist ruhiger, läuft viel stabiler an der Hand und zeigt ein erstes Sprachverständnis. Letzteres war für die Eltern das Wichtigste. Lina kann inzwischen einfache Wörter selbst sagen.
"Wir hoffen, dass wir das noch ausbauen können. Für ein Angelman-Kind ist das Ergebnis sehr gut, weil die meisten Betroffenen gar nicht reden." Lina schafft es seit der intensiven Begegnung mit Chapi auch, allein in der Badewanne zu sitzen und mit ihren Plaste-Delfinen zu spielen. Für die Eltern ist das eine kleine, aber wirkungsvolle Entlastung, denn bisher musste einer von ihnen mit in die Wanne, um dem Mädchen Sicherheit zu geben.
Im Meereswasserbecken von Curacao kamen sich Lina und ihr Delfin jeden Tag einen Stunde lang nah. Die Eltern beobachteten das Verhalten ihres Kindes im Wasser aus einem gewissen Abstand, damit es nicht abgelenkt wird: "Lina war wie ausgewechselt und hat sofort gut mitgemacht." Sie durfte auf dem Tier surfen, es anfassen, mit ihm tanzen. Die Mutter ist sich sicher, dass der Kontakt mit dem Meeressäuger ein schönes Erlebnis für Lina war, mit wichtigen Impulsen für ihre Entwicklung.
An Land bemühten sich die Therapeuten mit Bildkarten auch um das Sprachverständnis der kleinen Sächsin. Den Delfin darauf erkannte Lina schnell. Gewichtsdecken sorgten dafür, dass die Kleine ihren Körper bewusster wahrnahm und damit ruhiger wurde.
Eine schwere Weste streifen ihr die Eltern jetzt auch daheim ab und zu über. Linas Eltern schätzten, dass auf Curacao Therapeuten und Ärzte deutsch sprechen. Therapeutin Mandy stammt zum Beispiel aus Thüringen. Im nächsten Frühjahr will die Familie mit Lina noch einmal zur Delfin-Therapie reisen, weil sie derzeit noch am aufnahmefähigsten ist.
Bei einer Benefizveranstaltung in der Brand-Erbisdorfer Bergstadthalle waren 3800 Euro im Spendentopf für Linas Delfin-Therapie gelandet. Knapp 100 Frauen und Männer hatten sich mit Spitzensportlern wie Marc Huster und Markus Beyer zum Volleyballspielen getroffen. Freunde und Verwandte der Dietrichs setzten zudem ein Räderwerk der Hilfe in Bewegung.

