Foto: Kristin Schmidt
Der perfekte Sachsentag
Freiberg hat Maßstäbe gesetzt: 470.000 Besucher feierten bei bestem Wetter
Freiberg. Die Rückkehr des Tages der Sachsen an seinen Ursprungsort ist zum größten Volksfest in der Geschichte der Stadt Freiberg geworden. Wie die Veranstalter gestern Abend in einer vorläufigen Bilanz mitteilten, kamen von Freitag bis Sonntag rund 470.000 Besucher in die Bergstadt. Die Erwartungen wurden damit übererfüllt. So viele Menschen an einem Wochenende hat die Stadt bisher noch nicht gesehen; auch die 850-Jahr-Feier Ende Juni wurde deutlich übertroffen. Zur ersten Auflage des Sachsentages wurden 1992 in Freiberg noch 250.000 Besucher gezählt.
Festmeilen-Konzept ging auf
Bei sonnigem Spätsommerwetter feierten die Besucher auf dem rund 100 Hektar großen Festgelände mit 17 Bühnen, zwölf Erlebniszentren und 20 Festmeilen zwischen Uni-Campus und Bahnhofsvorstadt. Zu den Höhepunkten gehörte der Festumzug mit mehr als 4000 Teilnehmern, zu dem gestern Nachmittag offiziellen Angaben zufolge allein 45.000 Zuschauer kamen. Auch die meisten Konzerte auf den großen Medien-Bühnen auf Obermarkt, Untermarkt und Schloßplatz waren gut besucht. Das Erlebniszentrum "Die eine Welt zu Gast in Freiberg" mit Präsentationen zur Entwicklungshilfe war oft ebenso dicht umlagert wie die Bühne des Landessportbundes und die Blaulichtmeile mit Polizei, Feuerwehr, THW und DRK. Das Konzept der autofreien Innenstadt und der breiten Gassen mit viel Platz für die Besucher erwies sich als goldrichtig. Das bestätigten auch einheimische Händler.
Der Projektleiter des Sachsentages, Knut Neumann, sagte gestern Abend zum Verlauf des Festes: "Ich habe den Eindruck, dass alle begeistert sind, denn die Stimmung war überall klasse." Der Stadtmarketing-Geschäftsführer lobte den unermüdlichen Einsatz der 800 Helfer.
Die Polizei sprach bis zum gestrigen Abend von einer sicheren, friedlichen und entspannten Atmosphäre. "Das Verkehrskonzept ist aufgegangen", schätzte Sprecher Frank Fischer ein. Obwohl am Sonnabend und Sonntag die Parkplätze aus Richtung Siebenlehn und Brand-Erbisdorf zeitweise fast völlig ausgelastet waren, habe es zu keiner Zeit Engpässe gegeben. Im Verhältnis zur Zahl der Gäste gab es nach den Worten des Polizeisprechers nur wenige Straftaten. Lediglich durch die Hitze beim Festumzug mussten nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 20 Zuschauer ärztlich behandelt werden.
Glück auf 2013 in Schwarzenberg
Mit der Übergabe eines neuen Staffelstabes an die Ausrichterstadt 2013 ging der 21. Tag der Sachsen am Abend auf dem Schloßplatz offiziell zu Ende. Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm sagte: "Ich bin glücklich, zufrieden, emotional wirklich beeindruckt. Und das Allerschönste ist, dass ich mit meiner Einschätzung nicht allein bin." Landtagspräsident Matthias Rößler lobte, Freiberg habe sich von seiner allerbesten Seite gezeigt: "Dieser Tag der Sachsen war perfekt." Im kommenden Jahr wird Schwarzenberg den Tag der Sachsen ausrichten, für 2014 wurde am Wochenende offiziell Großenhain im Landkreis Meißen als Gastgeber bekannt gegeben.
Der Schwarzenberger Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer überreichte OB Schramm einen neuen, passend zum Freiberger Stadtjubiläum 850 Millimeter langen Edelstahlstab, in den die bisherigen Ausrichterstädte eingraviert sind. Danach stiegen 500 weiße Tauben in den Abendhimmel. Heute werden Schwarzenberger Läufer den Staffelstab von Freiberg aus über 87 Kilometer in ihre Heimatstadt im Westerzgebirge bringen.
Die Schwarzenberger Oberbürgermeisterin betonte, Freiberg habe mit der 21. Auflage des Sachsentages Maßstäbe gesetzt. "Wir wollen das nicht toppen. Bei uns geht es etwas enger zu - aber wir werden das schaffen." Den Freibergern rief sie zum Abschied zu: "Ihr seid ganz tolle Gastgeber."
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