Wie starkes starkem UV-Licht wirkt, das erfuhr Gymnasiastin Karoline Hebisch während des Nachtlabors der Bergakademie von Jörg Hessenkemper im Institut für Keramik-, Glas- Baustofftechnik.  
Wie starkes starkem UV-Licht wirkt, das erfuhr Gymnasiastin Karoline Hebisch während des Nachtlabors der Bergakademie von Jörg Hessenkemper im Institut für Keramik-, Glas- Baustofftechnik.

Foto: Eckardt Mildner

Die dunkle Seite der Uni

Beim 2. Nachtlabor der TU Bergakademie Freiberg lernen 20 Schüler den Werkstoff Glas völlig neu kennen

Freiberg. Nachts in der Uni: Nur in ganz wenigen Zimmern werfen die Neonröhren noch Licht auf chaotische Schreibtische neben Laborgeräten und Computern. Hier sitzen die Mitarbeiter, die ihr Projekt noch vollenden wollen und deshalb keinen Schlaf finden. Ansonsten herrscht akademische Ruhe. Fast überall. Denn in einem Winkel des Erich-Rammler-Baus, wo das Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik der TU Bergakademie untergebracht ist, schleichen einige Menschen im Kerzenschein über die Flure.

Zum zweiten Mal fand dort am Freitagabend das Nachtlabor statt. Eine Veranstaltung für Schüler der 11. bis 13. Klassen aus sächsischen Gymnasien, bei der sie die naturwissenschaftliche Arbeit an einer Uni von einer völlig neuen Seite kennenlernten. Von der dunklen Seite gewissermaßen. Denn in sämtlichen Zimmern und Fluren waren die Lampen ausgeschaltet. Nur der Schein von Kerzen und der des schimmernden Werkstoffes Glas brachte Licht ins Dunkel.

"Die Atmosphäre war toll", sagte Karoline Hebisch begeistert. Die Elftklässlerin aus Bobritzsch lernt am Freiberger Geschwister-Scholl-Gymnasium und hat sich für die Leistungskurse Mathe und Chemie entschieden. Welchen Weg sie nach Abitur einschlagen will, weiß die 16-Jährige heute noch nicht genau. "Der Abend an der Freiberger Uni war aber auf jeden Fall eine Entscheidungshilfe", resümierte sie. "Ich war völlig fasziniert davon, wie man Wissenschaft erkunden kann." Besonders die vielen Möglichkeiten, den Werkstoff Glas zu verarbeiten, hatten es der Schülerin und ihren Mitstreitern aus ganz Sachsen angetan.

Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoren des Institutes betreuten die jungen Gymnasiasten bei ihrer nächtlichen Erkundungstour. Zunächst gab es einen kurzen theoretischen Teil, später konnten die Schülerinnen und Schüler selbst experimentieren. So erfuhren sie zum Beispiel, wie bei der "Hochzeit von Glas und Stahl" Emaille hergestellt wird. "Wer an einem Freitagabend zu so einer Veranstaltung kommt, interessiert sich wirklich für diese Fachrichtung", erläuterte Kathrin Häßler, Studienberaterin des Institutes, den Hintergrund des Nachtlabors. Scheinbar kommt das Konzept an. Die nächste "Nachtschicht" ist bereits geplant.

 
erschienen am 22.01.2012 ( Von Thomas Reibetanz )
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