Isolde und Herbert Schlimpert zur Hochzeit vor 65 Jahren ...
Foto: Peter Hertel
Echte Partner - seit 65 Jahren
Gleich zwei Paare haben ein seltenes Ehejubiläum gefeiert: die Eiserne Hochzeit.
Grossvoigtsberg/Wegefarth. Um das Fest der Eisernen Hochzeit gemeinsam feiern zu können, muss man schon eisern zusammenhalten. Da sind sich Isolde und Herbert Schlimpert aus Wegefarth sowie Anneliese und Werner Herfurth aus Großvoigtsberg einig. Beide Paare konnten am Donnerstag das seltene Ehejubiläum feiern.
Für die Ehe der Herfurths sah es zunächst gar nicht gut aus. Schon nach zwei Jahren hing sie am seidenen Faden. "Es war Herbst und unser Sohn erst ein halbes Jahr alt", erinnert sich der Jubelbräutigam. Es gab Meinungsverschiedenheiten und seine Frau wollte wegziehen. "Wie willst du allein mit dem Kleinen den Winter überstehen? Wir halten erst mal zusammen und reden im Frühling nochmal darüber", hatte Werner Herfurth vorgeschlagen. Seine Frau blieb, für immer.
... und zu ihrer Eisernen Hochzeit in Wegefarth.
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Werner Herfurth ist Jahrgang 1926 und Großvoigtsberger, seine Frau wurde 1927 in Leipzig geboren. Der gelernte Maschinenschlosser war nach den Wirren des Krieges 20Jahre lang Fördermaschinist am Halsbrücker Hauptschacht, seine Frau, gelernte Kontoristin, übernahm 1970 den Lebensmittelkonsum im Ort. "Hier gab es von Holzpantinen bis zur Butter alles, oft auch das damals trübe Bier aus Freiberg", erzählt die Mutter zweier Söhne. Zur Familie gehören inzwischen vier Enkel und zwei Urenkel.
Kennengelernt hat sich das Paar durch einen Zufall. Der junge Mann wollte zum Ball mit dem Fahrrad nach Langhennersdorf fahren, doch der Schlauch war geplatzt. Im Lindenhof Großvoigtsberg war aber gerade Damenball. "Mich holt doch sowieso keine", hatte er gedacht. Doch seine Mutter überredete ihn. Auch Anneliese wurde von ihrer Mutter überredet und ging zum Ball. Geheiratet haben sie im Standesamt des Ortes. Die Braut trug ein gelbes Kleid. Es gab Kaninchenbraten.
Anneliese und Werner Herfurth heirateten 1947 ...
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Die Wegefarther Jubelbraut Isolde Schlimpert stammt aus Chemnitz und wurde 1926 geboren, ihr Mann Herbert ist Wegefarther Urgestein. Aus dem Krieg kam er mit einer schweren Verwundung heim. Fast 40 Jahre arbeitete er als Meldestellenleiter bei der Volkspolizei. Isolde Schlimpert ist kaufmännische Angestellte und war als Verkäuferin im Landkonsum tätig, später als Verkaufsstellenleiterin. Zur Familie gehören vier Kinder, acht Enkel und ein Urenkel.
Auch bei Schlimperts war es ein Tanzabend, der sie zusammenbrachte. Das war Silvester 1945 im Gasthof Wegefarth. Die Braut heiratete ganz in Weiß.
... und feiern 2012 ihr eisernes Ehejubiläum in Großvoigtsberg.
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Mit dem regelmäßigen Jahresurlaub hatten die Schlimperts nicht viel am Hut. Der Ehemann half in seinen Ferien vielmehr bei der LPG aus. Nur einmal gab es eine Auszeichnungsreise nach Leningrad. Als schönen Moment erlebten Schlimperts die Geburt ihrer Tochter, nachdem vorher nur Jungen auf die Welt kamen.

