Nicole Susky, Jens Grigoleit und Henry Zimmermann schauen sich im Bergarchiv alte Schriften an.
Foto: A. Scharf
Ein Farbenspiel in historischen Gemäuern
Sächsisches Bergarchiv und Freiberger Ratsarchiv enthüllen am 5. Tag der Archive besondere Geheimnisse - Interesse für alte Schriften
Freiberg. Freiberg. Ein vergoldeter Löwenkopf prangt an der etwa 400 Jahre alten Tür aus Eisen. Einst hat dieser Kopf die Pforte zum Freiberger Ratsarchiv entriegelt. Heute funktioniert der komplizierte Mechanismus nicht mehr. Ein historischer und streng geheimer Schlüssel öffnet die Doppeltüren zu dem mehr als 600Jahre alten Kämmerchen. In diesem lagern historische Stadt- und Bürgerbücher, Rats- und Landtagsprotokolle. Mehr als 100 Geschichtsfreunde haben sich zum 5. Tag der Archive am Sonnabend durch das "Geheimarchiv" im Freiberger Rathaus gedrängt. Das ist nur selten für die Öffentlichkeit zugänglich.
Am Sonnabend haben deutschlandweit Archive und Museen ihre Pforten geöffnet. In Freiberg war die Reise in die Vergangenheit zeitgleich im Sächsischen Bergarchiv im Schloss Freudenstein möglich. Jens Grigoleit schaute sich beide "Lagerstätten" historischer Schriften an. "Man hat selten die Chance, an derartigen Führungen durch die sonst für die Öffentlichkeit geschlossenen Bereiche teilzunehmen. Da mich als Freiberger der Bergbau und die Stadtgeschichte interessieren, nutze ich den Tag der Archive, um mich zu informieren", erklärte er.
Das Bergarchiv vereint Historie und Moderne. Inmitten der historischen Gemäuer überrascht ein Farbenspiel, die an Mineralien erinnern sollen und gleichzeitig der Orientierung in den Magazinen dienen. Im Eingangsbereich dominiert Lila - die Farbe des Amethysts. Der Lesesaal und Öffentlichkeitsbereich ist in Weiß gehalten - der Calcit dient als Farbäquivalent. Die Magazine kommen in Schwefelgelb daher, der Sitz der Archivverwaltung sticht grün wie Fluorid ins Auge. "Insgesamt umfasst unser Bestand etwa 4500 laufende Meter Akten und Amtsbücher sowie 65.000 Karten und Pläne und zahlreiche andere Archivalien wie Plakate, Fotos, Filme und Tonträger", informierte Archivarin Claudia Thiel die Gäste.


