Müllanlage Produktionschef Bernd Richter (vorn) und Mitarbeiter Uwe Neumann beim Befüllen einer Sieb-Windsichtanlage für Kunststoffmüll, die Fremdstoffe aussortiert.

Foto: Eckardt Mildner

Firma hofft auf schwarze Zahlen

Wersag in Siebenlehn hat es geschafft: Das Unternehmen ist jetzt ein anerkannter Entsorgungsfachbetrieb

Siebenlehn. Siebenlehn. Es gibt viele Recyclingfirmen. Doch nur das erst vor kurzem als Entsorgungsfachbetriebe anerkannte Unternehmen Wersag hat es geschafft, bei der Rückgewinnung von sortenreinen Kunststoffen aus Elektronikschrott einen Reinheitsgrad von 98,5 Prozent zu erzielen. Das hat neue Geschäftspartner unter anderem in China, Japan, Rumänien und Schweden auf den Plan gerufen, die sich persönlich ein Bild von dem selbst entwickelten Verfahren im mittelsächsischen Siebenlehn machten. "Wir können uns über Aufträge nicht beklagen", fasste Betriebsleiter Jürgen Dittrich die derzeitige Situation zusammen.

So lassen in dem 17 Mitarbeiter zählenden mittelständischen Betrieb weiter die Alba-Group (Baden-Württemberg) und Elektrocycling GmbH (Niedersachsen) große Mengen an gemischtem Kunststoffmüll nach der Siebenlehner Technologie sortieren. Neu hinzu gekommen sind Lieferverträge mit den in Polen angesiedelten Tochterfirmen des schwedischen Metall-Konzerns Stena. Auch hat sich eine Kooperation mit Wistron, einem taiwanischer Hersteller von Hardware wie Computern oder Notebooks, angebahnt. "Dort ist man sehr an unseren Sekundärrohstoffen interessiert. Der Konzern kann bei den Materialkosten sparen und denkt dabei noch an die Umwelt", erklärt der 55-Jährige.

Damit kann der Betrieb auf ein kräftiges Wachstum verweisen. Hatte Dittrich erst in zwei bis drei Jahren mit schwarzen Zahlen gerechnet, so hofft die Chefetage schon Ende des Jahres mit Gewinnen. Zudem will die Firma erneut einen Umsatz von gut 1,2 Millionen Euro erwirtschaften. Und damit ist die Fahnenstange längst noch nicht erreicht. Wegen der großen Nachfrage nach den Wersag-Produkten denkt der Recycling-Experte bereits über eine Erweiterung des Standorts nahe der Mulde nach. Bisher sind in das Unternehmen 1,2 Millionen Euro geflossen. Etwa die gleiche Summe werde bei einem Ausbau der Firma vor allem für die neue sogenannte Separationstechnik, die schließlich die Metalle und Kunststoffe voneinander trennt, benötigt. Schon jetzt verarbeiten die Anlagen täglich bis zu 40 Tonnen Mischkunststoff. "Davon gelangen 60 Prozent in den Stoffkreislauf zurück", sagt Dittrich, der an der Bergakademie in Freiberg studiert hat. Von dort bekommt er ab Oktober Verstärkung: Zwei Studenten wollen bei dem vom Umweltamt genehmigten Recycling-Verfahren die Gewinnung von Edelmetallen und seltenen Erden unter die Lupe nehmen.

 
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Firma hofft auf schwarze Zahlen
Jährlich 1,5 Millionen Tonnen Elektronikschrott
 
erschienen am 22.07.2011 ( Von Jochen Walther )
 
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