Fototermin vor dem Start zur Motorradtour: von links Werner Helfen, Vorsitzender der Gebietsverkehrswacht Freiberg, Lothar Brandau, Kreisrat im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge (FDP), Landrat Volker Uhlig, FDP-Landtagsabgeordneter Benjamin Karabinski und Verkehrsstaatssekretär Roland Werner.
Foto: Eckardt Mildner
Freiberg: Verkehrsstaatssekretär und Landrat unternehmen Motorradtour
Eine Ausfahrt mit ernstem Hintergrund - "Freie Presse" fuhr mit
Freiberg. Sicher steuert Volker Uhlig seine Maschine durch die Soldatengrabkurve. Dann dreht Mittelsachsens Landrat (CDU) am Gasgriff der BMW 1200 GS und lässt den Boxer laufen. Verkehrsstaatssekretär Roland Werner (FDP) pilotiert sein Motorrad ebenfalls elegant um die Schlaglöcher und die Bitumenflicken auf der Bundesstraße 173 zwischen Oederan und Falkenau - vorbei am Kreuz eines tödlichen verunglückten Motorradfahrers.
Werner und Uhlig, beide leidenschaftliche Biker, unternehmen eine Motorradausflug - eine Ausfahrt mit ernstem Hintergrund, eine "Verkehrssicherheitstour". Denn unterwegs machen sie Halt an Unfallschwerpunkten. An Unfallschwerpunkten, an denen mit speziellen Leit- und Sicherungssystemen sowie Fahrbahnerneuerungen die Unfallgefahr verringert werden soll.
"Wir müssen diese Stellen entschärfen, wo wir können - zum Beispiel durch einfache Maßnahmen wie den Unterfahrschutz an bereits vorhandenen Leitplanken", sagt der Staatssekretär beim Stopp am Falkenauer Berg. "Genau in der Kurve ist der Straßenbelag rissig, aufgebröckelt und geflickt. Das ist kreuzgefährlich", sagt Werner Helfen. Der Vorsitzende der Gebietsverkehrswacht Freiberg nimmt ebenfalls an der Runde durch die Region teil. Eine Deckensanierung sei auf diesem Abschnitt der B 173 nicht geplant, erläutert Michel Stritzke, nachdem er die Biker an der Soldatengrabkurve begrüßt hat. Dafür soll die Fahrbahnmarkierung erneuert werden, sagt der Mitarbeiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr.
Jede Motorradtour ist immer auch ein bisschen Sightseeing. Nachdem die Truppe Freiberg bei Regen und einstelligen Temperaturen verlassen hat, scheint nun die Sonne. Zu Fuß geht es über die Blaue Welle in Flöha. Auf der im vergangenen Monat mit dem Deutschen Brückenbaupreis ausgezeichneten Fußgängerbrücke informiert Robert Mirau, Baubevollmächtigter der Deges, die Biker über den Stand der Bauarbeiten an der neuen B 173. Im August soll der Asphaltbau beginnen, sagt Mirau beim Blick hinunter auf die lehmige Trasse, und die Augen der Biker leuchten. Verkehrsfreigabe für den 5,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Niederwiesa und Flöha-Plaue soll im Dezember sein.
Auf der von Flicken übersäten Straße hinauf nach Augustusburg, der nächsten Station der "Verkehrssicherheitstour", werden die Motorradfahrer aber erst einmal ordentlich durchgeschüttelt. "Mittelsachsen hat die schlechtesten Straßen in ganz Sachsen", sagt Landrat Uhlig, als er am Ortsausgang hinunter nach Erdmannsdorf von seiner Maschine steigt.
Jetzt schreiten Kreis-Chef und Staatssekretär zur Tat. In der Kurve unterhalb der Sommerrodelbahn helfen Uhlig und Werner bei der Montage des letzten Stücks einer sogenannten Motorradschutzplanke. Der Unterfahrschutz wird auf einer Länge von insgesamt 350 Metern an der Leitplanke angebracht und kann die Gefahr von tödlichen Verletzungen bei einem Sturz mindern. Kosten für die Schutzmaßnahme: rund 4000 Euro. Laut Werner stellt das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr 50.000 Euro für die Aktion "Motorradfahrer sicher in Frühling" zur Verfügung.
Statt Schraubenschlüssel drehen der Mittelsachse und der Biker aus der Landeshauptstadt nun wieder am Gas. Nächster Halt ist in Großhartmannsdorf, wo ab September die B 101 auf einer Länge von 3,8 Kilometern erneuert wird. Letzte Station der Tour ist ein weiterer Unfallschwerpunkt zwischen Clausnitz und Neuclausnitz. Dort wird in einer S-Kurve eine Motorradschutzplanke angebracht. Über Rechenberg-Bienenmühle, wo es erst Ende März einen schweren Motorradunfall gegeben hat, steuert Roland Werner dann wieder Dresden an.

