Freiberg: Zum Tag der Sachsen müssen Autos weichen

Jetzt werden Vignetten an Anwohner verschickt

Freiberg. Schon jetzt deutet sich an: Zum Tag der Sachsen vom 7. bis 9. September wird es für den Straßenverkehr in und um Freiberg eng. Nicht nur die Anordnung von zwei Sperrkreisen wird für die Verantwortlichen um Ordnungsamtsleiterin Antje Liebernickel eine logistische Herausforderung.

Die ersten Vignetten wurden am Wochenende an Anwohner, Gewerbetreibende und Pendler verschickt. Wie die Amtsleiterin informiert, berechtigt diese zum Befahren des äußeren Sperrkreises. Mit der Vignette bekommen die Anwohner des inneren Sperrkreises eine Antwortpostkarte zugesandt. Diese diene dazu, mitzuteilen, ob und wo sie einen Ausweichparkplatz in Anspruch nehmen möchten. Denn ihre Autos müssen aus der Innenstadt, es sei denn sie bleiben an dem Wochenende auf privaten Plätzen am Haus und im Hof stehen.

Die meisten Plätze am Schulweg

"Wir werden Wünsche berücksichtigen, haben aber jeweils nur eine begrenzte Anzahl an Stellflächen zur Verfügung", betont die Amtsleiterin. Die meisten Plätze, nämlich 2200, stehen am Schulweg zur Verfügung. 190 kommen am Knappenweg, 160 an der Himmelfahrtsgasse/Ostbahnhof und 100 an der Friedrich-Olbricht-Straße dazu. Vignetten würden zunächst an die Fahrzeughalter versandt, die mit Hauptwohnsitz in einem der Sperrkreise gemeldet sind und deren Kraftfahrzeug bei der Zulassungsbehörde des Kreises Mittelsachsen zum 1. Januar 2012 angemeldet war. Danach folgen die bereits beantragten Vignetten. Alle, die weder in der Innenstadt wohnen noch dort arbeiten, müssen einen der Parkplätze am Stadtrand nutzen, die sich vom Stadtwald über Grenz- und Schulstraße, Frauensteiner Straße, Ortsausgang Naundorf bis zur Brauerei erstrecken. Shuttlebusse pendeln in die und aus der Stadt. Insgesamt sollen 25.000 Plätze geschaffen und während der Veranstaltungszeit betreut werden. Kostenpunkt: 10 Euro pro Auto und Tag mit Busfahrt.

Ausnahmen gibt es nur für Rettungsfahrzeuge und Pflegedienste. "Auch für Dialysepatienten, die im Stadtzentrum wohnen, wird gesorgt", sagt Antje Liebernickel. Wer aber denkt, mit dem Rad von Veranstaltung zu Veranstaltung zu kommen: Fehlanzeige. Auch Radfahren ist an den drei Tagen im September in der Innenstadt tabu. Spezielle Radplätze wird es am Großen Hörsaal Winklerstraße, Meißner Ring/ Halsbrücker Straße, Schmiedestraße, Wernerplatz, am Bahnhof, Johannisbad und an der Hainichener Straße geben. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass ihr logistisches Puzzlespiel aufgeht. Zu bedenken sind auch die in Stadt und Region ansässigen Firmen. Ihre Produktion müssen sie aber wegen der Festtage nicht stoppen. "Die Unternehmen und Gewerbetreibenden wurden informiert, einige bekommen Vignetten, andere müssen Umleitungen nutzen", sagt Liebernickel.

Firmen sind auf Fest eingestellt

"Kein Problem", war von den meisten Firmen in Freiberg zu hören. "Wir freuen uns auf das Fest und stellen uns an den Tagen mit den Transporten ein", hieß es von der Deutschen Solar AG.

Frank Pillau von Weco am Pulvermühlenweg hat für fünf Fahrzeuge einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung gestellt: "Wir müssen das Feuerwerk auf der ,Reichen Zeche'" vorbereiten. Auch für den Heimweg der Mitarbeiter am Freitagnachmittag ist gesorgt: "Dann öffnen wir das Tor Richtung Hilbersdorf, andere fahren über Weißenborn", kündigt Pillau an. Schon jetzt seien auch Beschwerde im Rathaus eingegangen, sagt die Amtsleiterin. Die würden aber hauptsächlich Bewohner umliegender Orte betreffen, deren Ziel die Autobahn ist, und die nun größere Umleitungen in Kauf nehmen müssen. "Für diese drei Tage sollte das aber zu organisieren sein", sagt die Ordnungshüterin. Sie lässt keine Ausnahmen zu. Schließlich gehe es um die Sicherheit von Bürgern und Besuchern.

Informationen zum Verkehrskonzept und zur Beantragung von Einfahrtgenehmigungen im Internet unter www.tagdersachsen2012.de und per Telefon 03731 273360.

 
erschienen am 22.07.2012 ( Von Gabriele Fleischer )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
10
(Anmeldung erforderlich)
  • 25.07.2012
    15:33 Uhr

    Badghost: Immer die Selben anzutreffen :D

    0 1
     
  • 24.07.2012
    22:58 Uhr

    Jothade: "in Chemnitz fahren die Radfahrer an jedem Marktag "durch" die Fußgänger - obwohl es nicht gestattet ist.
    Mitarbeiter vom Ordnungsamt sieht man keine, obwohl sich deren Weg drastisch verkürzt hat"

    FALSCH, Punktgeist!

    Erstens IST es in Chemnitz erlaubt, AUCH WENN MARKT IST (über den Sinn oder Unsinn diser Erlaubnis will ich hier nicht streiten) und zweitens gibt es in Sachsen ein Polizeigesetz, welches regelt, dass die Mitarbeiter des Ordnungsamtes explizit NICHT in den fließenden Verkehr eingreifen dürfen, das ist NUR den Vollzugspolizeibediensteten erlaubt!

    .. ist jetzt mein erster Kommentar klar(er)?

    0 0
     
  • 24.07.2012
    15:56 Uhr

    Maracus: Als ob so viel in der Stadt los wäre... das wird wie zum Bergstadtfest... aller 20 Meter mal ein Stand, kaum was geboten und die Freiberger freuen sich drüber weil sie es nicht anders gewohnt sind...
    das wird der Reinfall des Jahrzehnts...

    1 1
     
  • 23.07.2012
    17:12 Uhr

    gelöschter Nutzer: @Emma0815, in Chemnitz fahren die Radfahrer an jedem Marktag "durch" die Fußgänger - obwohl es nicht gestattet ist. Mitarbeiter vom Ordnungsamt sieht man keine, obwohl sich deren Weg drastisch verkürzt hat (vom Perezhaus an den Wall).
    Falschparker bringen mehr Geld und werden nur selten am PKW angetroffen. Man muss sich nicht mit Kampfradlern oder Unbelehrbaren auseinander setzen.

    2 1
     
  • 23.07.2012
    16:30 Uhr

    max142: Soweit ich das verstehe ist das Fahrrad fahren nur im inneren Sperrkreis verboten. Angesichts der Tatsache, dass tausende Stände dort aufgebaut sein werden und auch größere Menschenmengen zu erwarten sind, halte ich die Regel durchaus für sinnvoll. Zum Bergstadtfest kann man auch nicht wärend einem Konzert mit dem Fahrrad quer über den Obermarkt fahren.

    0 1
     
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