Freiberg macht ab Montag Jagd auf Raser

Ordnungsamt setzt eigenen Blitzer ein - Ziel: Mehr Sicherheit - Höhere Ausgaben als Einnahmen einkalkuliert

Freiberg. Ab Montag bläst auch das Freiberger Rathaus zur Jagd auf Raser: Mit der letzten Juliwoche beginne die Überwachung des fließenden Verkehrs durch die Stadt Freiberg, informiert Ordnungsamtsleiterin Antje Liebernickel. Die Fahrzeugführer sollten sich darauf einrichten, dass im Stadtgebiet nicht nur die Polizei, sondern auch Bedienstete der Stadt Freiberg Geschwindigkeitskontrollen vornehmen.

Der stadteigene Blitzer soll vorerst einen Tag pro Woche aufgebaut werden, erläutert Baubürgermeister Holger Reuter, dem das Ordnungsamt untersteht. Dabei gehe es nicht ums Abzocken, sondern um eine höhere Verkehrssicherheit, so der CDU-Politiker: "Wir haben diese Aufgabe von der Kreisverwaltung übernommen; rein finanziell rechnet sie sich nicht."

Der Verwaltungsausschuss hatte im März 53.000 Euro für Technikmiete und Sachkosten locker gemacht. Im Gegenzug war damit gerechnet worden, bis Jahresende 2500 Temposünder zu erwischen. "Zielsumme" für die Bußgelder: 52.000 Euro. Zu dem Minus müsste eigentlich noch das Gehalt für die per 1. Juli eingestellte Messbedienstete gerechnet werden.

Die Einnahmeerzielung stehe nicht im Vordergrund, betont auch Ordnungsamtschefin Liebernickel: "Durch die Überwachung des fließenden Verkehrs soll die Sicherheit auf den öffentlichen Straßen erhöht werden. Nicht angepasste Geschwindigkeit war in den vergangenen Jahren die häufigste Ursache für einen Verkehrsunfall." So seien in den zurückliegenden Jahren etwa jeder vierte Unfall sowie fast die Hälfte aller bei Unfällen Getöteten und ein Drittel aller Schwerverletzten auf Raserei zurückzuführen.

Geblitzt werden soll nun vor allem auf Tempo-30-Straßen, in verkehrsberuhigten Bereichen sowie an Stellen mit besonderem Gefahrenpotenzial. Dazu zählt die 33-Jährige beispielsweise Durchgangsstraßen, an denen Rad- und Gehwege fehlen und Abschnitte in der Nähe von Schulen, Kindereinrichtungen sowie Spiel- und Sportplätzen, Seniorenheimen, Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen und so weiter. Das Amt werde auch auf Unfallschwerpunkte und Bürgerbeschwerden reagieren.

Die Verkehrsüberwachung ist seit diesem Jahr den Kommunen vom Freistaat Sachsen als Weisungsaufgabe übertragen worden. Auch die Stadt Flöha will nach Angaben von Oberbürgermeister Friedrich Schlosser (CDU) Blitzer aufbauen und Raser zur Kasse bitten. Ein Dienstleister soll insbesondere vor Schulen blitzen.

 
erschienen am 25.07.2010 ( Von Steffen Jankowski )
 
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