Großer Bahnhof am Montagvormittag am Clemens-Winkler-Bau: Der sächsische Finanzminister Georg Unland und Andreas Handschuh, Kanzler der TU Bergakademie Freiberg, legten für das neue Laborgebäude den Grundstein.
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Freistaat bewegt Freiberger Erde - TU erhält neues Laborgebäude
Land hält trotz der städtischen Finanzabsage am Bauplan fest
Freiberg. Gleich zweimal war Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) am Montag an seinem "Freiberg-Tag" in der Stadt präsent. Und das an ganz unterschiedlichen Baustellen. Sichtbar voran geht es an der Leipziger Straße am Clemens-Winkler-Bau. Dort entsteht bis 2014 für 20 Millionen Euro ein Laborgebäude der Fakultät für Chemie und Physik mit 2000 Quadratmetern Lehr- und Forschungsplatz.
Der Finanzminister, der angesichts der gigantischen Summe Verantwortungsbewusstsein von Studenten und Wissenschaftlern forderte, legte mit TU-Kanzler Andreas Handschuh den Grundstein für das Gebäude. Neben elf Millionen Euro von der Europäischen Union fließen neun Millionen Euro vom Freistaat. Geld, das Unland auch als ehemaliger Rektor der TU Bergakademie gut angelegt sieht: "Im Laborneubau wird für die sächsischen Schlüsseltechnologien wie die Halbleiterindustrie geforscht. Der Freistaat stärkt damit die weitere erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung des Standortes und ganz Sachsens."
So soll das Laborgebäude für chemische Forschung und Lehre der TU Bergakademie an der Leipziger Straße aussehen.
Foto: Visualisierung: Code Unique Architekten
Unland machte deutlich, dass seit 1991 155 Millionen Euro in Baumaßnahmen der TU geflossen sind. Angesichts der deutschen und europäischen Finanzsituation, die Unland am Montag noch zu Verhandlungen nach Berlin führte, sei das keine Selbstverständlichkeit. Handschuh lobte deshalb das Engagement und erinnerte an die Chemikerausbildung, die in der Stadt eine lange Tradition hat. Wolfgang Voigt vom Institut für Anorganische Chemie sagte: "Studenten und Mitarbeiter der chemischen Institute stehen in den Startlöchern und freuen sich auf den Umzug, weil es durch mehr Forschungsprojekte im alten Clemens-Winkler-Bau eng geworden ist."
Auf den Umzug länger warten müssen die Wirtschaftswissenschaftler. Am Schloßplatzquartier, dessen Bau wegen weiterer Grabungen an der Stelle des einstigen Dominikanerklosters erneut in Verzug geraten ist, wurde wegen der Funde, die mindestens bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, umgeplant. Das Engagement des Freistaates an dieser Stelle hob Unland beim Grabungsrundgang hervor. Dort sind die Archäologen dabei, weitere Gräber im Kirchenschiff und im Kreuzgang frei zu legen. Erkennbar sind Teile der Außenmauern der Klosterkirche. Auch gut erhaltene Fußbodenfließen wurden geborgen und könnten - so der Wunsch des Finanzministers - wieder verlegt werden. Unland möchte Teile in den künftigen Unibau integrieren:
Landesarchäologin Regina Smolnik erklärte Finanzminister Georg Unland (r.) am Montag die Gräber-Funde an der Prüferstraße.
Foto: Eckardt Mildner
"Von einer Brüstung im Foyer und vom öffentlich zugänglichen Hof sind diese Funde sichtbar." Während bis Mitte Juli weiter gegraben wird, laufen laut Unland die Detailplanungen. Archäologen präsentieren den Freibergern und ihren Gästen am 14. Juli mit Abschluss der Grabungen die spektakulären Funde, die weiteren Aufschluss über eine möglicherweise noch viel ältere Freiberger Geschichte geben können.
Im August rücken die Kräne an, um Teile der Gebäude Schloßplatz 1 und 1a sowie des Eckhauses Prüfer-/Burgstraße abzureißen. Dort, wo ein weiterer Teil des Kirchenschiffes vermutet wird, untersuchen 2013 noch einmal Fachleute den Boden. Parallel beginnen Arbeiten an den Altbauten. Der Bau des Hörsaalkomplexes beginnt 2014. Dafür feilt man laut Unland an einer "freibergtypischen Fassade". 2016 soll das Quartier fertig sein. Zum 250. Geburtstag der Bergakademie 2015 werde man aber sicher bereits im neuen Gebäude eine Veranstaltung durchführen können, betonte der Minister.

