Das "Kinopolis" in Freiberg. "Batman" ist derzeit der Publikumsrenner im Haus an der Chemnitzer Straße.
Foto: Klaus Ebert
Gerüchteküche kann abkühlen: "Kinopolis" in Freiberg bleibt
Es gab zwar durchaus bessere Zeiten, aber die Filme werden weiter laufen
Freiberg. Woher die hartnäckigen Gerüchte kommen, kann sich Marcel Kurth auch nicht erklären. Der gebürtige Freiberger ist Gesamtbetriebsleiter der Kinopolis Gruppe mit Sitz in Darmstadt und sagt klar und deutlich, dass das einzige Haus in den neuen Bundesländern auch in den kommenden Jahren weiter betrieben wird: "Das ,Kinopolis' in Freiberg schreibt schwarze Zahlen und gehört zu unseren erfolgreichsten Kinos", sagt er. "Wir haben einen Vertrag mit dem Vermieter, der noch einige Jahre läuft. Den werden wir definitiv erfüllen."
Damit entkräftet Kurth zahlreiche nicht enden wollende Gerüchte, dass das Kino mit fünf Sälen an der Chemnitzer Straße vor der Schließung stände. "Da ist nichts dran", sagt der Betriebsleiter. "Ich kann mir das nur damit erklären, dass der gesamte Gebäudekomplex immer leerer wird und die Menschen nun befürchten, dass auch das Kino bald die Segel streicht." Dass seit einigen Monaten die Räume des ehemaligen Billard- und Bowlingcenters "New Strike" geschlossen sind, ist für Marcel Kurth keine schöne Situation. Über die Gründe für den Leerstand will er aber nicht spekulieren, ebenso gibt er keine Auskünfte zu den angeblichen Problemen der Mieter mit dem Besitzer des Objektes, der No. 2 Real Estate S.à.r.l. & Co. KG oder der genauen Laufzeit des Mietvertrages.
Vielmehr konzentriere man sich im Freiberger "Kinopolis" darauf, den Menschen attraktive Filme präsentieren zu können. "Mit Thomas Erler haben wir vor Ort einen sehr engagierten Hausleiter, der sehr gute Ideen hat", sagt Marcel Kurth. "Neben den bekannten Filmen, die auf der ganzen Welt laufen, wollen wir den Freibergern auch kulturelles Kino bieten. Das kommt beim Publikum manchmal mehr, manchmal weniger gut an."
In den vergangenen Tagen gehörte auch die Auseinandersetzung mit einem schrecklichen Ereignis zu den Aufgaben der Kinobetreiber. Nach der Bluttat bei der "Batman"-Premiere im US-Bundesstaat Colorado mit zwölf Toten und 58 Verletzten hatten Besucher von Großkinos in Chemnitz darum gebeten, am Einlass Taschenkontrollen durchzuführen, was im "Cinestar" auch umgesetzt wurde. "Das wird es in Freiberg nicht geben", sagt Kurth. "Wir haben unser Personal dafür sensibilisiert, dass sie Nachahmer, und sei es auch nur im Spaß, erkennen und ansprechen. Ansonsten ist alles in unserer Hausordnung festgehalten."
Diese besagt, dass keine großen Gepäckstücke oder andere sperrige Gegenstände mit ins Kino genommen werden dürfen. "Darauf achtet das Personal sowieso", sagt Marcel Kurth, der den Terrorakt in den USA als große Tragödie bezeichnet. "Wir bieten - gerade mit dem ,Batman'-Film - Unterhaltung. Da gehören keine Taschenkontrollen dazu."

