Am umgestalteten Ortseingang von Halsbrücke ist am Freitag die Fahne mit dem neuen Ortswappen gehisst worden. Am umgestalteten Ortseingang von Halsbrücke ist am Freitag die Fahne mit dem neuen Ortswappen gehisst worden.

Foto: Eckardt Mildner

Halsbrücke zeigt neues Wappen

Einweihung war einer der Höhepunkte des Jubiläums 400 Jahre Hüttenstandort

Halsbrücke. Den Slogan "Freiberg kann mehr" hat Halsbrückes Bürgermeister Jörg Kiehne (parteilos) am Freitag um den Schlachtruf "und Halsbrücke zeigt Flagge" ergänzt. Anlass war die Einweihung des Ortseingangssymbols an der Straße zur Kreisstadt, bei der erstmals die neue Halsbrücker Fahne aufgezogen wurde. Sie trägt ein Wappen, das erst in dieser Woche offiziell genehmigt worden war. Die Zeremonie vor rund 250 Gästen eröffnete zugleich den Festtag zum Jubiläum 400 Jahre Hüttenstandort Halsbrücke.

Am 25. Mai 1612 hatte der damalige Kurfürst Johann Georg I. den Betrieb einer Schmelzhütte in dem Ort gestattet. Und bis heute werden in Halsbrücke Metalle gewonnen beziehungsweise recycelt. In drei Epochen ging es dabei auch um Silber: Bis 1752 wurden rund 130 Tonnen, von 1864 bis 1913 etwa 9,6 Tonnen und von 1945 bis 1968 noch einmal gut 95 Tonnen Reinsilber aus Halsbrücker Gruben geholt. Diese Mengen symbolisieren die Edelstahl-Quader entlang eines hölzernen Zeitstrahls, die den Blickfang des neuen Ortseingangs bilden.

Ein neues Wappen war erforderlich geworden, weil Fachleute das nach der Wende von Maria Klanthe entworfene Ortsemblem als nicht normkonform eingestuft hatten. "Wir wollten aber so viel wie möglich vom alten Wappen retten", erinnerte sich Bürgermeister Kiehne. Nach langer Diskussion mit den Behörden ist ein neues herausgekommen, das laut Gemeindeoberhaupt von Heraldik-Experten als "überladen, aber gerade noch zulässig" bewertet wurde.

Bei der großen Zahl von Wahrzeichen, die Halsbrücke aufzuweisen hat, fiel die Auswahl schwer. So finden sich die namensgebende Brücke, die Hohe Esse und das Gebäude des "Oberen Neugeschreis" samt Bergbau- und Hüttensymbol wieder. Nicht abgebildet ist dagegen beispielsweise das Amalgamierwerk, das im 18. Jahrhundert als achtes Weltwunder bestaunt wurde und noch heute weltweit einmalig sei, wie Professor Helmuth Albrecht in seinem Festvortrag sagte.

Der Historiker von der Bergakademie warb in seiner Rede erneut dafür, die Montanregion Erzgebirge zum Unesco-Weltkulturerbe zu erklären. "Der Bergbau hatte Höhen und Tiefen, aber der Standort ist durch die Hütten am Leben erhalten worden", sagte Albrecht. Mit dem Titel sei aber auch die Verpflichtung verbunden, das Amalgamierwerk zu erhalten. "Zeigen Sie hier Flagge", appellierte der Wissenschaftler an die Festversammlung. Neben der Altväterbrücke stehe auf der Erbe-Liste auch die Ruine des Kahnhebehauses bei Rothenfurth, "das vermutlich das erste in der Welt war."

 
erschienen am 25.05.2012 ( Von Steffen Jankowski )
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