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Romy Qual aus Kleinwaltersdorf hat Multiple Sklerose. Sie geht gern spazieren. Die 46-Jährige hat dabei ihr Handy immer dabei: "Wenn mal etwas ist."

Foto: Esther Sarah Wolf

"Ich habe mein Leben völlig umgekrempelt"

Vor fast fünf Jahren bekam Romy Qual die Diagnose Multiple Sklerose. Wie eine Frau lernte, ihren Alltag neu zu ordnen.

Von Esther Sarah Wolf
erschienen am 21.04.2017

Kleinwaltersdorf. Romy Qual ist gerne in der Natur und schätzt regelmäßige Spaziergänge zum Ausgleich des Alltags. Die 46-Jährige hat dabei stets ihr Handy dabei, um erreichbar zu sein. "Wenn mal etwas ist. Ich bleibe auch Zuhause immer in Reichweite", erzählt Romy Qual, die in Kleinwaltersdorf am Wald wohnt. Vor fast fünf Jahren wurde bei ihr Multiple Sklerose festgestellt.

"Die Krankheit brach im Juli 2012 im Urlaub auf Zingst aus. Wahrscheinlich hatte ich mehrere Schübe auf einmal", blickt die gelernte Offset-Druckerin zurück. Sie erzählt: "Ich hatte eine taube Stelle unter der Achsel und habe einen Arzt aufgesucht". Es folgte eine weitere Untersuchung in einer Klinik in Rostock, die Romy Qual nach Dresden überwies, wo die Diagnose Multiple Sklerose, kurz MS, erfolgte.

"Bei der Krankheit werden in Gehirn und Rückenmark Nervenstränge geschädigt, die Ärzte sagen aber nicht welche", sagt die 46-Jährige. Bevor sie die Diagnose bekam, wusste sie nichts über MS. "Es war nicht schlimm, ich musste lernen damit umzugehen." Und damit auch ihr Ehemann und die beiden jungen erwachsenen Kinder. "Ich habe mein Leben damals umgekrempelt", erzählt Romy Qual.

Sie nahm Kontakt mit der Freiberger MS-Selbsthilfegruppe auf, las in Broschüren und im Internet über das Krankheitsbild und meldete sich zum Reha-Sport an. "Am meisten hilft mir der persönliche Austausch in der Gruppe, wo Erfahrungen weitergegeben werden. Und wo ich jemanden fragen kann, wie bestimmte Dinge zu handhaben sind", sagt Romy Qual. "Bei MS sieht man die Symptome nicht, es ist eine Nervenkrankheit, die nicht vererbbar und nicht heilbar ist. Keiner kann sagen woher sie kommt".

Die meisten Betroffenen haben nicht nur die eine Krankheit, sagt Qual. Sie selbst hat unter anderem Zysten im Schulterbereich und verminderte Sehkraft am linken Auge. "Die Krankheit ist bei jedem anders. Sie heißt auch Krankheit mit 1000 Gesichtern", erzählt sie. "Mein größtes Problem ist die Konzentrationsschwäche", sagt Romy Qual. "Ich habe auch mit Fatigue zu kämpfen und bei Wetterumschwüngen sind meine Knochen bleischwer."

Fatigue äußere sich unter anderem durch Erschöpfung und geringere Belastbarkeit. Sie sagt: "Länger als 20 Uhr bin ich nicht wach." Romy Qual geht in Teilzeit als Textilreinigerin arbeiten. Ihr Terminkalender ist dennoch voll. Neben dem Reha-Sport geht sie wöchentlich zum Logopäden, zur Lymphdrainage und zum Psychologen. Dazu kommen diverse Arzttermine.

Regelmäßig hat Romy Qual Untersuchungen im MS-Zentrum Dresden. "Es gibt aber keine Bezugsperson bei den Ärzten, weil die Ärzte nur ein Jahr dort sind und dann wechseln", sagt die 46-Jährige. Nach Dresden wird sie von ihrem Mann gefahren oder sie nimmt den Zug. Auch im Haushalt unterstützt sie der Ehemann und übernimmt die Einkäufe. Im letzten Jahr feierten Quals ihren 20. Hochzeitstag. "Wir sind durch ganze Höhen und Tiefen gegangen. Ich schätze meinen Mann vor allem für die Geduld, die er mit mir hat", betont Romy Qual.

 
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