In Kindertagesstätten droht Baustopp
Landesregierung will Fördergelder einfrieren - Kommunen halten an Vorhaben fest
Freiberg/Brand-Erbisdorf. Freiberg/Brand-Erbisdorf. Erstmals könnte sich der Sparkurs der Landesregierung auf konkrete Vorhaben in Mittelsachsen auswirken. Die schwarz-gelbe Koalition in Dresden will die Fördergelder für den Ausbau von Kindergärten und Hortplätzen offenbar kappen. Dies sieht der aktuelle Haushaltsplanentwurf vor. Damit stünden im Kreis sieben Projekte auf der Kippe: zwei in Freiberg und je eins in Mittweida, Rossau, Halsbrücke, Brand-Erbisdorf und Ostrau. Dies teilte das Landratsamt auf Anfrage mit.
In der Stadt Freiberg entstehen zwei neue Kindertagesstätten. An der Ecke Winklerstraße/Möllerstraße baut das Studentenwerk. Die Pläne sehen 35 neue Krippen- und 25Kindergartenplätze vor. An der Albert-Funk-Straße ist die Stadtverwaltung Bauherr. Baubürgermeister Holger Reuter gibt mit Blick auf mögliche Einschränkungen infolge des Fördermittelstopps Entwarnung: "Dann bauen wir das 2,6-Millionen-Euro-Objekt eben ganz mit eigenen Mitteln."
Der Stadtrat müsste jedoch zustimmen. 60 Krippen- und 40 Kindergartenplätze sollen entstehen. Reuter zeigt Verständnis für die Rotstiftpolitik des Landes: "Auch der Freistaat muss sparen. Es kommen aber wieder bessere Zeiten." In zwei bis drei Jahren könnte der wirtschaftliche Aufschwung in den Kommunen ankommen, glaubt Reuter.
Überrascht von den Plänen zeigte sich die Verantwortliche der Stadtverwaltung Brand-Erbisdorf. "Offiziell liegt uns darüber noch keine Information vor. Und an Spekulationen möchten wir uns nicht beteiligen", sagt Hauptamtsleiterin Gundula Lehmann. Sie könne sich jedoch nicht vorstellen, dass die Stadträte nun den bereits begonnenen Neubau der Tagesstätte "Langenauer Spatzen" stoppen. Im Ortsteil Langenau entsteht ein Ersatzobjekt für das abgerissene Domizil mit 18 Krippen-, 40 Kindergarten- und zehn Hortplätzen.


