Konter aus Halsbrücke: Teilt Reinsberg auf
Die Gedankenspiele um Gemeinde-Ehen sind um eine Version erweitert worden
Freiberg. Die Gemeinde Halsbrücke ist selbstständig und will das auch bleiben. Das hat Bürgermeister Jörg Kiehne (parteilos) am Freitag klargestellt. Der Rathauschef ließ dabei auch durchblicken, dass er alles andere als begeistert ist von den Fusionsideen, die andere für seine Gemeinde haben.
Erst hatte Freibergs Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm (parteilos) in seiner Neujahrsansprache für eine Verbindung mit seiner Stadt geworben. Dann hatte auch dessen Reinsberger Amtskollege Bernd Hubricht (CDU) auf die engen Beziehungen zwischen der Kreisstadt und Halsbrücke hingewiesen und eingeschätzt, dass sich Freiberg sehr intensiv um den Nachbarn bemühen werde.
Und inzwischen gibt es sogar noch die Idee, Halsbrücke zwischen Freiberg und Reinsberg aufzuteilen. Einen solchen Vorschlag hat Günter Borsdorf jüngst in der Reinsberger Gemeinderatssitzung zur Einwohnerfragestunde unterbreitet. "Orte wie Hetzdorf, Oberschaar und Krummenhennersdorf dürften Freiberg kaum interessieren. Vielleicht könnten wir mit denen eine Gemeinde Freiberg-Nord bilden", regte der Dittmannsdorfer an.
Für Halsbrückes Gemeindeoberhaupt Kiehne ist das Unsinn: "Wir haben 5400 Einwohner und sind wirtschaftlich stabil. Wir werden uns niemals auflösen." Stattdessen müsse Reinsberg mit seinen rund 3000 Einwohnern und 3 Millionen Euro Schulden sehen, "wie es perspektivisch überleben kann", drehte Kiehne den Spieß um. "Einige Ortsteile von Reinsberg sind stärker nach Großschirma und andere stärker nach Halsbrücke orientiert. Man könnte diese traditionellen Bindungen wieder aufleben lassen."
Auch Freiberg gibt der 67-Jährige einen Korb: "OB Schramm hätte Hilbersdorf nicht entlassen dürfen, wenn ihm so viel an den Vororten liegt." Halsbrücke habe die Freiberger Begehrlichkeiten seit der Wende durch Eingemeindungen und Vereinigungen erfolgreich abgewehrt und 1998 schon Tribut gezollt, als es die Hälfte seines Gewerbegebietes "Schwarze Kiefer" an die Stadt abtreten musste. "Freiberg sollte eher städtische Strukturen verfolgen", rät Kiehne, "das würde also in Richtung Brand-Erbisdorf gehen."


