Die Bushaltestelle ist in Sichtweite: Alina Fischer aus Lichtenberg aber kann von dort aus nicht mit ihren Freunden ins Brand-Erbisdorfer Gymnasium fahren.
Foto: Eckardt Mildner
Mädchen muss unzumutbaren Schulweg auf sich nehmen
Schulkonferenz entscheidet gegen Alina
Lichtenberg. Maja Fischer ist verzweifelt. Seit einem halben Jahr kämpft die junge Mutter aus Lichtenberg darum, dass ihre Tochter Alina die fünfte Klasse des Brand-Erbisdorfer Cottagymnasiums besuchen darf - wie ihre sechs Schulfreunde, mit denen Alina die Grundschule besuchte. Doch Alina muss allmorgendlich allein nach Freiberg fahren.
Aber von vorn: Alina bekam ihre Bildungsempfehlung fürs Gymnasium erst Ende vergangenen Schuljahres. "Sie stand auf 2,5 in Mathe, ihre Lehrerin wollte, dass sie sich mehr anstrengt", begründet Maja Fischer. Ihre Tochter schaffte es. "Wir hatten im Cottagymnasium vorgesprochen und sofort den Aufnahmeantrag abgeschickt", so die Mutter. Daraufhin ging sie - ohne persönliche Einladung - am 9. Juli mit den anderen Grundschuleltern zum Elternabend ins Gymnasium. "Dort sprach der Schulleiter von freien Kapazitäten an der Schule, Kinder könnten noch nachrücken", sagt die Lichtenbergerin. Allerdings hatten zu diesem Zeitpunkt Kinder aus dem Ort bereits die Zusage für die fünfte Klasse an der Brander Schule bekommen. Umso größer war der Schock für Familie Fischer, als im August Post aus dem Gymnasium kam: Alina wurde abgelehnt. Es gab 118 Anmeldungen, aber nur 112 Plätze - das sind 28 Kinder je Klasse laut Schulgesetz. "Die Kapazität war bereits am 16.März erschöpft", schrieb die Schule. "Wir haben vier Klassen eröffnet, die Genehmigung für eine weitere habe ich von der Bildungsagentur nicht bekommen", sagt Gunther Bellmann, Schulleiter des Cottagymnasiums, jetzt.
Zweimal widersprach Familie Fischer der Entscheidung - beide Male abgeschmettert. So musste Alina die fünfte Klasse im Freiberger Schollgymnasium beginnen. Der Weg dorthin aber ist für die Elfjährige nahezu unzumutbar. "Es wäre unverantwortlich, sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln loszuschicken", sagt ihre Mutter. Alina müsste 5.45 Uhr zum Bus, wäre gegen 6.30 Uhr im Gymnasium - Schulbeginn ist 7.20 Uhr.
"Die zumutbare Schulwegezeit beträgt bis zu 60 Minuten. Diese Zeit ist eingehalten", argumentiert Silke Dinger, Pressesprecherin beim Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS). Die Wartezeit zähle nicht. Dennoch stellt der VMS ein Sammeltaxi bereit, das Alina mit weiteren Kindern nutzt. Weil diese aus unterschiedlichen Orten kommen, muss sie ebenfalls 6.10 Uhr aus dem Haus und ist gegen 7.05 Uhr in Freiberg.
Ins Brander Gymnasium hingegen könnte Alina 6.55 Uhr mit dem Bus unweit ihres Wohnhauses abfahren und wäre 7.20 Uhr an der Schule. Auch nach Schulschluss wäre sie nur 30 Minuten unterwegs.
Ganz anders von Freiberg aus: Laut VMS kann Alina das Taxi nur morgens nutzen, die Kosten pro Schuljahr betragen zwischen 6000 und mehr als 10.000 Euro - allein für Alina. Nachmittags jedoch gibt es kein Taxi. Alina muss vom Gymnasium zum Bahnhof laufen, mit der Freiberger Bahn nach Lichtenberg fahren, dort in den Bus steigen, der sie ins Oberdorf bringt. Schulweg und Fahrzeit - eine Stunde. Der VMS spricht von Zumutbarkeit.
"Wir organisieren täglich jemanden, der Alina abholt. Das geht an die Substanz", sagt ihre Mutter. Die Eltern baten darum, die Entscheidung zu überdenken. "Mit dem Freiberger Schollgymnasium ist für Alina ein erheblicher Schulweg verbunden, der in einem Grenzbereich liegt", sagt Lutz Steinert, Pressereferent der Bildungsagentur Chemnitz. Die Behörde wollte deshalb einen Beschluss der Schulkonferenz des Brander Gymnasiums erwirken, um Alina dort als 29. Schülerin in eine fünfte Klasse aufzunehmen. "Dies lehnte die Schulkonferenz im Oktober 2012 und auch nach wiederholtem Anlauf im Januar 2013 ab", sagt Lutz Steinert.
Je vier Eltern, Lehrer, Schüler und Schulleiter Bellmann (ohne Stimmrecht) bilden die Schulkonferenz. Nach "Freie Presse"-Informationen fiel die Entscheidung gegen Alina einstimmig. Auch Schulelternsprecher Udo Neie sitzt in der Runde: "Es kommt auf die Qualität des Unterrichts an. Wir müssen das beste für unsere Kinder abwägen und die Interessen der Schüler am Cottagymnasium vertreten", sagt der Vater.


08:54 Uhr
Gabi2013: @vomdorf: Es geht hier nicht um Blosstellen, sondern um den Schulweg. Man kann sich nicht immer alles gefallen lassen und muss auch mal andere darauf hinweisen dass gewaltig was schief läuft. Wenn ein Kind ein Schulweg inklusive Wartezeit von über 90 Minuten in Kauf nehmen muss ist das alles andere als toll. Wenn Sie auf das Cotta gehen würde hätte Sie einen Schulweg von max. 30 Minuten !!!
Und ja ich weiß sehr wohl worum es hier geht , um den SCHULWEG !!!
Was das Thema faule Schüler betrifft so haben Sie das in vorhergehenden Beiträgen erwähnt.
Im übrigen sind ja dann alle Schüler die mit Klasse 6 oder 7 auf das Gym wechseln auch "faul oder schlecht" , zumal hier der Durchschnitt bei besser als 2,5 liegt und nicht wie bei Klasse 4 bei 2,0 !
Und wie Sie so schön schreiben:" das nennt sich orientierungsstufe und der lehrplan ist für die mittelschule und das gymnasium gleich und enthält sehr viel wiederholungen " Wenn dies so ist, warum dann die ganze Notendiskussion ????
Es mag vielleicht etwas unverschämt klingen, aber ich bin froh das wir an unserer Schule nicht solche Lehrer mit dieser Abwehrhaltung haben!
Eine Lehrkraft sollte stets bemüht sein das Beste aus den Kindern rauszuholen und nicht "du bist ein hoffnungsloser Fall" so wie es aus Ihrem Munde ja letztendlich klingt.
21:39 Uhr
mias: @vomdorf: Sie haben sehr wohl von faulen und schlechten Kindern geschrieben! Lesen Sie es selbst nach.
Desweiteren weiß ich jetzt, dass Sie keine Kinder in diesem Alter auf einem Gymnasium platziert haben. Der Lehrplan der fünften Klasse enthielt kaum Wiederholungen und es war definitiv keine Orientierungsphase.
15:30 Uhr
vomdorf: da kann man ja nur froh sein, dass nicht alle eltern ihre kinder in der zeitung derart bloßstellen und das auch noch als normal empfinden.
sie wollen einfach nicht verstehen, worum es geht...müssen sie auch nicht.
im übrigen habe ich nie von faulen kindern geschrieben, auch nicht von schlechten. aber es wird nun mal eben immer welche geben, denen das lernen schwerfällt. warum müssen die aufs gymnasium?
und was die zensuren im allgemeinen in klasse 5 betrifft: das nennt sich orientierungsstufe und der lehrplan ist für die mittelschule und das gymnasium gleich und enthält sehr viel wiederhlong. aber das wussten sie natürlich auch. ;-)))
08:51 Uhr
Gabi2013: @vomdorf: Also mal im Ernst soll das Mädel dort stehen und sich freuen und falls ja über was ? Dann kommt der nächaste Kommentar von wegen das ist ja alles nicht so wild weil das Kind auf dem Bild lacht oder wie ????
Der Blick ist zu Ihrer Stimmung ganz passend, denn Sie hat Ihren Schulweg einfach nur satt.
Wie gesagt die Notendiskussion von Ihnen finde ich einfach nur arm. In der Schule würden Sie ne glatte 6 bekommen im Deutschaufsatz, da Thema verfehlt !!!
Ich als Mutter würde genau das gleiche für mein Kind tun und nicht wie viele andere einfach nur alles über sich ergehen lassen und schweigen. Und zum anderen ist das Mädel auf dem Gym und soweit ich weiß von den Noten her richtig gut !!!
Was ist denn bitte mit den Kindern die auf das Gym von der Mittelschule wechseln wollen, die dürfen nicht weil diese nicht mit Klasse 5 aufs Gym sind und zu schlecht sind laut Ihren Worten ? Oder mit denen die die Klasse 5 nochmal wiederholen müssen was auch auf einem Gym ab und an vorkommt ???? Oder mit Kindern die neu hinugezogen sind ?
13:45 Uhr
mias: ...eben vom Dorf, was will man da noch sagen?