Betriebsleiter Uwe Graner, Landrat Volker Uhlig, Umweltminister Frank Kupfer und Freibergs Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm (v. l.) am Freitag beim Rundgang im Münzbachtal am Nachklärbecken. Betriebsleiter Uwe Graner, Landrat Volker Uhlig, Umweltminister Frank Kupfer und Freibergs Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm (v. l.) am Freitag beim Rundgang im Münzbachtal am Nachklärbecken.

Foto: Eckardt Mildner

Mega-Kläranlage reinigt Freiberg besser

Ausbau des Werks im Münzbachtal fertiggestellt - Freiberger Abwasserbeseitigung investierte 24 Millionen Euro

Freiberg. Es ist eines der drei großen Bauprojekte der Freiberger Nachwende-Geschichte neben Schloss Freudenstein und Johannisbad: Die Erweiterung der Zentralkläranlage im Münzbachtal soll den Wirtschaftsstandort stärken. Mehr als 24 Millionen Euro hat der städtische Eigenbetrieb Freiberger Abwasserbeseitigung in das Großvorhaben gepumpt - 14,6 Millionen Euro flossen vom Freistaat Sachsen. Nach dreieinhalbjähriger Bauphase ist die Anlage am Freitag öffentlich eingeweiht worden.

Technik und Gebäude wurden so aufgerüstet, dass jetzt von 100.000 statt bisher 80.000 Einwohnern Abwässer eingeleitet und gereinigt werden. "Wir können größere Schmutzmengen behandeln und die Qualität der Wasserwerte besser konstant halten", erklärte Betriebsleiter Uwe Graner. Die Millionen flossen unter anderem in den Bau eines Sammelkanals, Belebungsbecken sowie in eine Anlage, die den Stickstoffgehalt des Wasser senkt. "Mit der Erweiterung schaffen wir gute Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung von Freiberg", betonte Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm (parteilos).

Grundlage für die Ausbaupläne waren Anfang 2008 Prognosen, wonach vor allem die Solar- und Halbleiterindustrie immer mehr Abwässer einleiten würden. Obwohl Solarworld mit der Krise kämpft, gibt es laut Graner keinen Grund zur Sorge. "Wir haben einen guten industriellen Mix. Die Einleitungsmengen könnten in den kommenden Jahren sogar steigen. Dann sind auch weitere Investitionen in die Technik denkbar." Selbst wenn Solarworld völlig wegbrechen würde, sei die Anlage nicht überdimensioniert. Brauerei, Molkerei und andere Firmen kompensieren dies, sagte Graner. So lange die Freiberger Wirtschaft brummt, müssen sich die Bürger keine Sorgen um steigende Abwasserpreise machen. "Die Gebühren bleiben bis 2015 stabil", versicherte der Betriebsleiter. Unternehmen leiten etwa 50 Prozent der Menge ins Klärwerk im Münzbachtal. Dieser Anteil erhöht sich bald auf 60 Prozent. "Während in vielen Regionen Sachsens überdimensionierte Nachwendebauten wieder abgerissen werden müssen, hat Freiberg erst investiert, als der Bedarf absehbar war", sagte Umweltminister Frank Kupfer (CDU).

 
erschienen am 15.06.2012 ( Von Andy Scharf )
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