Brückenbaustelle an den Halsbacher Teichen: Ute Straßburg und Tobias Mehnert entmüllten am Sonnabend mit fünf weiteren Helfern Teiche und Uferböschungen. Rechts unterhalb der Brückenfahrbahn befinden sich die Amphibiendurchlässe.
Foto: Eckardt Mildner
Naturschützer und Stadt ebnen Fröschen den Weg
Amphibienleiteinrichtung ensteht an Halsbacher Teichen
Freiberg. Freiberg. Viel Lob vom Naturschutzverband Sachsen mit ihrem Vorsitzenden Tobias Mehnert hat es jetzt für die neu erbaute Amphibienleiteinrichtung durch die Straße an den Halsbacher Teichen gegeben. Die wurde am Wochenende während eines Arbeitseinsatzes zur Müllberäumung von Naturschützern vorgestellt. Ein Pilotprojekt im Verantwortungsbereich des Tiefbauamtes, hieß es aus dem Rathaus. Im Auftrag der Stadt war in den vergangenen Monaten in dem Freiberger Ortsteil die Stützmauer an der Straße zwischen Küchen- und Hofteich in Stand gesetzt worden. Der Teichdurchlass musste ebenso wie die Mauern grundhaft erneuert werden, weil die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet war. Anfang April soll die Arbeit beendet sein, die im September 2010 begann und durch eine dreimonatige Winterzwangspause unterbrochen war. Die Gelegenheit wurde genutzt, zwei Amphibiendurchgänge in die Straße zu integrieren.
"Die Anregung kam vom Naturschutzverband als Eigentümer der ökologisch wertvollen Flurstücke, auf denen sich die beiden Teiche befinden", erklärte Jörg Piller vom Tiefbauamt. "Da die Kappen der Stützmauern so aufgebaut wurden, dass sie die Amphibien zu den Tunneleingängen leiten können, erübrigen sich künftig vorübergehende Einrichtungen." Und Jörg Piller gab das Lob zurück: "Tobias Mehnert war ein fachlich kompetenter Ansprechpartner sowohl in der Planungsphase als auch bei der Ausführung." Der seinerseits freut sich, dass in diesem Bereich nun ein Unfallschwerpunkt für Mensch und Tier beseitigt wurde. Die Mitarbeiter der bauausführenden Firma Landschaftsgestaltung, Straßen-, Tief- und Wasserbau GmbH hätten ihr ganzes fachliches Können in das Projekt eingebracht. Umso bedauerlicher sei es gewesen, dass beim Einsatz am Sonnabend viel Müll zusammengetragen wurde, der in diesem ökologisch wertvollen Gebiet illegal abgelagert wurde. Besonders schlimm empfanden die Naturschutzfreunde Aschehaufen, Kompost und Hausbrandabfälle. Das alles hätte fast einen Container gefüllt, so Mehnert.
Nach Ansicht von Mehnert führt am Bau dauerhafter Amphibienleiteinrichtungen an allen Wanderkorridoren der gefährdeten Tiere kein Weg vorbei. Mobile Krötenzäune könnten nur ein Provisorium sein, die die Wanderung zu den Laichgewässern schützen. Der Rückweg von Elterntieren und Nachwuchs finde dagegen ohne Leiteinrichtung statt. Entsprechend groß seien die Tierverluste auf den Straßen. Und das trotz aufwändiger Einsätze für den Aufbau mobiler Krötenzäune über viele Wochen bei Wind und Wetter.

