Pama-Gelände Seit August vergangenen Jahres liegen die Reste der abgerissenen Gebäude auf dem ehemaligen Pama-Gelände ungesichert herum.

Foto: Eckardt Mildner

Netto springt ab - Schuttberge bleiben

Pama-Gelände liegt seit Abriss brach

Freiberg. Freiberg. Der erste Eindruck, den Zugreisende nach ihrer Ankunft in Freiberg von der Stadt bekommen, ist ein ernüchternder. Der neu gestaltete Busterminal fällt beim Blick aus dem Bahnhofsgebäude nämlich gar nicht auf - zu groß sind die Berge von Bauschutt, die sich daneben auf einer riesigen Fläche türmen. Nach dem Abriss der alten Fabrikgebäude des ehemaligen Papiermaschinenwerks im August des vergangenen Jahres ist die Großbaustelle zudem ungesichert.

Wolfgang Herdt hofft nun darauf, dass bis zum Herbst die restlichen Gebäude samt Schornstein abgerissen und der Bauschutt abgebrochen, also zermahlen werden kann. Der Geschäftsführer der RWR Objektwert GmbH, der das Gelände gehört, hat einen harten Verhandlungsmarathon hinter sich. "Wir waren uns mit dem Lebensmitteldiscounter Netto schon fast einig, aber daraus ist nichts geworden", sagte Herdt. Der Grund dafür sei laut Herdt wahrscheinlich die angekündigte Ansiedlung von Edeka an der Ehernen Schlange gewesen. "Wir suchen derzeit mit Hochdruck nach einem neuen Hauptmieter." Mit einem anderen Lebensmitteldiscounter stehe man bereits in Verhandlungen, den Name dürfe er allerdings noch nicht nennen.

Ende 2012 soll Neubau stehen

Fest stehen laut Herdt dagegen die anderen drei Mieter. Dabei handelt es sich um den Elektronik-Anbieter Expert, der von der Bahnhofstraße umziehen will, sowie ein Tiernahrungsgeschäft und ein Laden für Kleintextilien. Gerüchteweise soll es sich dabei um Filialen der Ketten Kik und Fressnapf handeln. "Allerdings unterschreiben die verschiedenen Mietparteien den Vertrag nur gemeinsam", räumte Herdt ein. "Und der Hauptmieter fehlt noch." Bis Ende August soll der allerdings gefunden sein, anschließend müssen die Arbeiten im Eiltempo vorangetrieben werden. Ende des kommenden Jahres soll das sogenannte Fachmarktzentrum mit einer Verkaufsfläche von rund 4000 Quadratmetern stehen.

Über all diesen Plänen schwebt aber weiterhin das Wort Hoffnung. "Wenn wir bis Ende August keine Lösung gefunden haben, müssen wir schauen, dass wir das Gelände wenigstens sichern", gibt Wolfgang Herdt zu. "Wir wollten zum jetzigen Zeitpunkt schon viel weiter sein, aber der Wegfall des Hauptmieters hat uns die Planungen vermasselt. Mit dem derzeitigen Zustand des Geländes sind wir alles andere als glücklich."

Die RWR Objektwert GmbH hat ihren Stammsitz in Freiberg. Nicht nur deshalb sei man den Entscheidungen des Stadtrates ganz besonders verpflichtet, heißt es. Der hatte im April dem Bebauungsplan zugestimmt. Und dieser sah vor, dass Einkaufsmärkte in einer Stadt entstehen, die laut Handelsverband Sachsen keinen Bedarf mehr an Discountern hat. Das weiß auch Wolfgang Herdt: "Unter den Supermärkten herrscht ein massiver Verdrängungswettkampf. Das macht die Suche so schwer." Die Schuttberge feiern indes bald ihr Einjähriges ...

 
erschienen am 25.07.2011 ( Von Thomas Reibetanz )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 28.07.2011
    12:50 Uhr

    ricomfg: Naja, wen wundert das noch. Die gesamte Bahnhofstraße ist ja bereits tot und die wenigen restlich verbliebenen Gewerbetreibenden werden auch bald weg sein. Aber etwas anderes ist auch auf lange Sicht in Freiberg nicht zu erwarten. Die Stadt ist einfach nicht mehr attraktiv für ihre Bewohner und die mittelständigen Untenehmen. In deren Sinne wird ja hier auch keine Politik mehr betrieben. Man kann sich eben nicht nur hinter der Großindustrie am Rande verstecken und damit prahlen. Freiberg ist eine Stadt die ein immer höher werdendes Durchschnittsalter aufweist, immer weniger Geburten hat und in der die Einwohnerzahl trotz stetiger Einvergemeindung umliegender Ortschaften immer weiter sinkt, z.Zt. noch knapp 40 Tsd, in der aber Grundstücks- und Immobilienpreise gefordert werden die weit ab von Gut und Böse liegen und an Wucher erinnern. Da braucht sich keiner wundern wenn Unternehmen die Finger davon lassen.

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