Personalabbau im Schneckentempo
Kreisverwaltung will 170 Stellen bis 2018 streichen
Freiberg. Freiberg. Nach der massiven Kritik des Kreistages an den zu hohen Personalkosten im Landratsamt hat die Kreisverwaltung jetzt eine erste Analyse zur mittelfristigen Entwicklung ihres Stellenplans erarbeitet. Zur Kreistagssitzung am kommenden Mittwoch wird den Abgeordneten der Entwurf eines Personalmanagementkonzeptes vorgestellt. Wichtigste Zielvorgabe: Von den derzeit 1535 Stellen (Vollzeitäquivalenten) sollen zunächst 170 abgebaut werden. Damit will sich der Kreis aber bis zum Jahr 2018 Zeit lassen.
Diese Vorgabe in dem Konzept orientiert sich allein an den finanziellen Zwängen, die durch das Auslaufen des so genannten Mehrbelastungsausgleichs entstehen. Diese Zahlungen des Freistaats erhalten die Landkreise für die Übernahme von Aufgaben und Personal des Landes im Zuge der Verwaltungsreform; 2017 laufen die Zuschüsse aus. Mit dem Zusammenschluss der Landkreise Freiberg, Mittweida und Döbeln zum 1. August 2008 waren Bedienstete auf 470 Vollzeitstellen vom Freistaat in die Kreisverwaltung Mittelsachsen gewechselt.
Erreicht werden soll der Personalabbau vor allem durch Altersteilzeit und Verzicht auf Neubesetzung frei werdender Stellen. Darüber hinaus wird auch über Ausgliederungen nachgedacht. Eine Möglichkeit sei etwa der Fuhrpark, heißt es in dem Konzept. Voraussetzung sei dabei, dass alle derzeit angebotenen Dienstleistungen wie Fahrzeuge, Wartung und Kurierdienste von einem privaten Anbieter erledigt werden können. Zudem könnten auch Hausmeister- und Reinigungsdienste, Teilbereiche von Hoch- und Tiefbau sowie der Liegenschaftsverwaltung privatisiert werden.
Für die Opposition im Kreistag ist das Konzept im Wesentlichen eine Analyse des Ist-Zustandes. "Das reicht bei weitem noch nicht", sagte Jens Stahlmann, Fraktionschef der Partei Die Linke, der "Freien Presse". Er erinnert daran, dass auch Personal in Altersteilzeit hohe Kosten verursacht: "Die Leute kriegen 70Prozent ihres Gehaltes weiter."
Die Linke ist gegen Entlassungen, befürwortet aber Ausgliederungen. Stahlmann spricht sich dafür aus, zunächst klar zu definieren, welche Aufgaben das Landratsamt zu erfüllen hat. Zudem sei es falsch, die Rechnung zum Stellenabbau allein an der Entwicklung des Mehrbelastungsausgleichs aufzumachen.
Service
Die öffentliche Kreistagssitzung findet am Mittwoch, 17. März im Berufsschulzentrum "Julius Weisbach", Schachtweg 2 in Freiberg statt. Beginn ist 15 Uhr.


