Verladefahrer Klaus Schultze hat in der Straßenmeisterei Freiberg noch viel Salz zur Verfügung. Das gilt für den gesamten Straßenbetriebsdienst im Landkreis Mittelsachsen - insgesamt haben die sechs Straßenmeistereien derzeit noch rund 5500 Tonnen Streusalz auf Lager.
Foto: Eckardt Mildner
Petrus schont den Winterdienst
Mildes Wetter sorgt für niedrigere Kosten
Freiberg. Unterschiedlicher könnten die Urteile kaum ausfallen: Die Winterdienstsaison verlaufe bisher positiv, schätzt Dirk Hänel als Verantwortlicher im Landratsamt Mittelsachsen ein. Demgegenüber beschweren sich Leser bei der Redaktion der "Freien Presse" über "katastrophale Straßenzustände, sobald es anfängt zu schneien."
Ein Kritikpunkt ist die S 184 von Weißenborn nach Frauenstein, wo es immer wieder zu Verwehungen kommt. Entlang der Kammstraße seien an besonders gefährdeten Abschnitten 1,9 Kilometer Schneezäune aufgestellt worden, entgegnet André Kaiser als Pressesprecher der Kreisverwaltung. In Mittelsachsen gebe es insgesamt reichlich 60 Kilometer Schneezäune.
Einig sind sich beide Seiten darüber, dass der Winter bislang recht harmlos geblieben ist. So wurden laut Kreisverwaltung bisher rund 3150 Tonnen Streusalz ausgebracht - in der vergangenen Saison wurde mehr als das Vierfache benötigt.
Das spart auch Geld. Die Beschaffung der Auftaumittel für den Winter 2010/11 hat die Kreisverwaltung gut eine Million Euro gekostet. Dazu kam rund eine weitere Million Euro für die Anmietung der zusätzlichen Räum- und Streufahrzeuge privater Winterdienst-Unternehmer, mit denen der Landkreis Verträge hat. In Summe seien in den vergangenen drei Jahren jeweils 2,1 Millionen Euro für den Winterdienst benötigt worden, so Hänel: "Wir rechnen dieses Jahr mit niedrigeren Ausgaben."
Konkrete Prognosen gebe es aber nicht: "Die Rechnungen für Streusalz oder Unternehmerleistungen treffen zeitverzögert ein und liegen noch nicht vollumfänglich vor, und die Saison ist noch nicht zu Ende." Die 124 Einsatztage des vorigen Winters dürften bis zum Frühjahr aber nicht mehr erreicht werden. Zudem gebe es im Landkreis kein festes Budget für den Winterdienst - die Arbeiten würden aus den laufenden Zuweisungen für den Straßenunterhalt finanziert. Wenn weniger Geld für den Winterdienst benötigt wird, wirke sich das positiv auf die angespannte Finanzlage aus.
Bleibt die Witterung weiterhin so mild, dürften auch die Kosten für die Winterschadensbeseitigung geringer ausfallen. Immerhin sind im Auftrag des Landratsamtes voriges Jahr rund 5100 Tonnen Asphaltmischgut für das Flicken von bröckligen Straßen und Schlaglöchern eingesetzt worden. Kostenpunkt: rund 366.000 Euro.
Hänig appelliert an die Kraftfahrer, ihr Tempo bei starkem Schneefall zu drosseln. Ab drei Uhr morgens werde geräumt, gut drei Stunden dauere eine Runde. Diesen Winter habe es bislang drei Beschwerden gegeben, so Hänig, "alle drei zu Strecken, für die wir nicht zuständig sind." In Freiberg zum Beispiel hat die Stadt selbst den Hut auf.


