Autos Auf dem Freiberger Obermarkt reihte sich am Donnerstag eine Nobelkarosse an die andere. Sie hatten die Teilnehmer der Russisch-Deutschen Rohstoffkonferenz in die Bergstadt gebracht.

Foto: Eckardt Mildner

Politprominenz rollt in Freiberg an

Deutsch-Russische Rohstoffkonferenz im Fokus der Welt

Freiberg. Freiberg. Die Universitätsstadt Freiberg ist am Donnerstag in den Mittelpunkt des weltweiten wissenschaftlichen Interesses gerückt - und alle Bürger durften daran teilhaben. Die Deutsch-Russische Rohstoffkonferenz fand in Freiberg statt und sorgte für ein in dieser Form noch nie da gewesenes Aufgebot an hochrangigen Politikern. Allen voran chauffierten die auf dem Obermarkt ordentlich aufgereihten Staatskarossen die ehemaligen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (Sachsen) und Edmund Stoiber (Bayern) in die Bergstadt.

Doch auch aktuell in Amt und Würden stehende Staatsfrauen und -männer nahmen an dem weltweit beachteten Rohstoffgipfel teil. Neben Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) waren das unter anderem die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper (FDP), sowie der Gouverneur der russischen Republik Omsk, Leonid Polezhaev.

"Es ist für unsere Stadt eine Ehre und gleichzeitig eine Auszeichnung, dass der Kongress hier stattfindet", erklärte Freibergs Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm (parteilos). "Es betont die Wichtigkeit des Wissenschaftsstandortes Freiberg und ist deshalb auch für die Bürger eine zukunftsbestimmende Veranstaltung."

Nicht umsonst habe Staatsministerin Cornelia Pieper in ihrer Rede betont, dass man an Freiberg nicht vorbeikommen, so Schramm. Zudem erklärte er: "Wir haben hier eine einmalige Konstellation. Die Geschichte und Tradition der Stadt und ihrer Universität waren schon immer eng mit Russland verknüpft, und bis heute haben wir die Beziehungen kontinuierlich weiterentwickelt."

Für Freibergs Bürger war das politische "Staraufgebot" mit dazugehörigem Polizeischutz und vielen großen Staatskarossen etwas Neues. "Was ist hier denn los", fragte Antje Judasch beim Überqueren des Obermarkts. "Heute ist doch eigentlich Markttag." Wie viele andere Freiberger zeigte sie sich stolz, als sie von der Konferenz erfuhr. "Was, hier bei uns in Freiberg? Das ist ja ein Ding", sagte sie nur und kaufte an diesem Tag ihr Obst woanders ein. "Das ist ja eine Ehre für die Stadt."

So sah das auch der Kanzler der TU Bergakademie Freiberg. Andreas Handschuh wusste um die Bedeutung der Veranstaltung in der Stadt seiner Universität: "Wir wollen das führende Rohstoffzentrum in ganz Deutschland werden. Für dieses Ziel ist der Gipfel ein weiterer Schritt." Auf dem Gebiet der Ressourcen soll die TU Bergakademie Freiberg die wichtigste wissenschaftliche Universität Deutschlands und damit auch der wichtigste Partner der sächsischen Landes- und der Bundesregierung in internationalen Beziehungen werden, betonte der Kanzler weiter. "Das gibt Freiberg auch nach außen hin ein ganz wichtiges Gesicht, auf das seine Einwohner stolz sein dürfen." Und vielleicht gibt es dann noch öfter noble Karossen in der Stadt zu bewundern.

 
erschienen am 18.03.2010 ( Von Thomas Reibetanz )
 
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