Thomas Voigt mit Kater Purzel. An der Pfote des Tieres verheilt die Verletzung langsam.
Foto: Eckardt Mildner
Purzel zieht jetzt das heimische Sofa vor
Polizei tappt beim Brand-Erbisdorfer Fallensteller noch im Dunkeln
Brand-Erbisdorf. Fast einen Monat nachdem der Brand-Erbisdorfer Kater Purzel in eine verbotene Falle, ein so genanntes Tellereisen, getreten ist, hat die Polizei noch keine Spur zum Fallensteller. "Es kamen keinerlei Hinweise auf den Täter aus der Bevölkerung", bedauerte gestern Frank Fischer, Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge.
Mitten im Brander Wohngebiet am Anton-Günther-Steig hatte ein Unbekannter ein Tellereisen aufgestellt - eine Konstruktion, bei der zwei große, gespannte Metallbügel mit Spitzen zusammenschnellen, wenn ein Beutetier auf den Auslöser in der Mitte tritt. In diese gefährliche Falle tappte Kater Purzel. Erst nach etwa einem Tag wurde er von seinen beiden Besitzern unter einem geparkten Auto gefunden.
Tellereisen sind seit 1995 in der Europäischen Union verboten. Sowohl Jagdgesetz als auch Tierschutzgesetz untersagen den Einsatz der Folterinstrumente. "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir schon einmal einen solchen Fall hatten", schüttelt Polizeisprecher Fischer den Kopf.
"Es ist unverantwortlich, hier eine solche Falle aufzustellen", empört sich Gisela Herold, das Frauchen des verunglückten Purzels. "Schließlich hätte es auch ein Kind treffen können", gibt sie zu bedenken.
Der lädierten Samtpfote zumindest geht es wieder gut. Purzel springe wieder munter durch die Gegend. "Manchmal humpelt er noch ein bisschen", erzählt Herrchen Thomas Voigt. Zu sehen ist von seiner Verletzung nur noch eine rasierte Stelle am Fußgelenk, die langsam zuwächst.

