Norbert Wernke, Mitglied im Kirchenvorstand Rechenberg-Bienenmühle (rechts), führte durch die sanierte Kirche.
Foto: Klaus Ebert
Rechenberg-Bienenmühle: Gäste bestaunen Kirche nach umfangreicher Sanierung
Besucher zeigen sich beeindruckt
Rechenberg-Bienenmühle. Staunend haben Besucher am Sonntagabend den sanierten Innenraum der Rechenberger Kirche betrachtet. Eine Führung schloss das grenzübergreifende Projekt ab, mit dem sich die Kirchgemeinde mit weiteren Partnern vor über einem Jahr auf die Spuren der über 750-jährigen deutsch-böhmischen Geschichte begab. Innerhalb dieses Projektes wurde auch die Kirche saniert. Dafür stellte das EU-Förderprogramm "Ziel 3" Fördermittel bereit. Insgesamt 150.000 Euro kosten die Arbeiten im Gotteshaus, davon kommen etwa 100.000 Euro aus Fördermitteln, weitere 50.000 Euro über die Kirchgemeinde, aus Spenden und über die Landeskirche.
Das Kirchenschiff stellt sich nun für den Besucher am augenscheinlichsten dar. Nach alten Vorlagen von Fotos und Farbresten restaurierten Fachleute die Bemalung der Fensterbögen. Der Blick zur Decke lässt jetzt der Fantasie freien Lauf, denn weit öffnet sich ein wolkiger Himmel über dem Hinaufschauenden - die Decke wurde künstlerisch gestaltet. Ganze 111 Jahre lang hatte die Kirche kein solches Gemälde.
Auch Neues, das nicht auf den ersten Blick zu entdecken ist, entstand. Dazu zählen eine moderne Sitzheizung, Hängeleuchten und Strahler im Altarraum sowie vor der Orgel. Der Fußboden erhielt einen neuen Belag.
Cornelia Eilenberger aus Holzhau schaute sich in der Kirche um: "Wenn man sich an den Zustand vor zehn Monaten erinnert, denkt man heute, die Kirche ist neu gebaut. Es wäre schön, wenn sie mehr für Konzerte, musikalische Darbietungen und ähnliches genutzt würde. Nur der noch unsanierte Altarraum stört. " Neben dem Kirchenraum zeigen sich der Eingangsbereich und der Aufgang zu den Emporen in neuem Glanz. Fachleute verlegten Fliesen, die aufgeplatzten Treppen wurden durch neue Stufen ersetzt. "Der Anstrich in den Treppenhäusern und dem Kirchenschiff wurde in den Farben wie zur Einweihung 1901 wieder hergestellt", erläuterte Norbert Wernke vom Kirchenvorstand den Gästen. Familie Hunger aus Clausnitz zeigte sich beeindruckt von der neuen, alten Kirche. Schön, dass sich die Initiatoren des komplizierten und langwierigen Fördermittelverfahrens angenommen haben und Weichen zu einer besseren Beziehung mit den tschechischen Nachbarn stellten, hieß es mehrfach in der Runde.
Endlich verschwand auch die Holzkonstruktion am rechten Fenster im Chorraum. Roland Herklotz aus Rechenberg-Bienenmühle erinnert sich, dass sie seit den 1950er-Jahren den Chorraum verunstaltete. Das Fenster wurde neu in Blei gefasst, andere Fenster einer Sanierung unterzogen. Norbert Wernke: "Im Oktober - anlässlich der 111-Jahrfeier der Kirchweihe - werden die Rechenberger ihre sanierte Kirche gebührend würdigen und feiern."

