Über 3000 Gäste feierten am Samstag auf dem Freiberger Obermarkt den Jahreswechsel. Wunderkerzen waren dabei die einzigen erlaubten pyrotechnischen Erzeugnisse, sodass es eine Party ohne Knaller zwischen den Füßen wurde.
Foto: Eckardt Mildner
Riesenparty macht Lust auf mehr
In der Silvesternacht haben über 3000 Gäste auf dem Obermarkt das Festjahr "850 Jahre Freiberg" eingeläutet
Freiberg. Mit zehn Glockenschlägen hat Freibergs Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm (parteilos) in der Silvesternacht nicht nur das neue Jahr begrüßt. Denn für die Stadt und ihre Einwohner steht 2012 unter einem ganz besonderen Stern. Mit zahlreichen Veranstaltungen wird die Besiedlung der Region vor 850 Jahren gefeiert. Am Samstag bekamen die Freiberger und ihre Gäste einen Eindruck davon, was sie dann erwartet.
Mehrere Zehntausend Euro hat sich die Stadt die Eröffnungsfete kosten lassen, bei der der komplette Obermarkt mit aufwändiger Technik ins bunte Licht gerückt wurde. Der Radiosender Jump hatte zudem eine große Bühne und eine Liveband mitgebracht, die vier Stunden lang Stimmungsmusik aus allen Stilrichtungen spielte. Damit trafen die Veranstalter von der Stadtmarketing GmbH (Stama) offensichtlich den Nerv der Besucher, denn die tanzten trotz Schneefalls und Nieselregen ausgelassen auf den frisch verlegten Pflastersteinen. "Das Beste an dieser Fete ist, dass keine Feuerwerkskörper erlaubt sind", sagte Jessica Mühlner. "Da kann man entspannt feiern, während einige woanders mit ihren illegalen Knallern Krieg spielen."
Für die Knalleffekte auf dem Obermarkt sorgten die Feuerwerker der Freiberger Firma Weco, die es angesichts der dichten Bebauung aus Sicherheitsgründen nicht allzu sehr krachen ließen. Das Feuerwerk Punkt Mitternacht war dennoch ein echter Hingucker, denn neben der lodernden 850 gingen auch zwei Herzen in Flammen auf, was das Motto des Jahres - "Herz aus Silber" - symbolisierte.
Eben dieses Herz besangen auch die Musiker der Freiberger Band Die Notendealer, die eine poppige Hymne für das Jubiläumsjahr komponiert haben. Mit ihrem Auftritt kurz nach 21 Uhr heizten sie die Stimmung auf dem Marktplatz zum ersten Mal richtig an. Dass trotz der 4500 verkauften Karten und dem Prädikat "Ausverkauft" über 1000Menschen mit Eintrittserlaubnis doch nicht kamen, war für Stama-Chef Knut Neumann die einzige Enttäuschung: "Das lag sicherlich am Wetter, aber es ist einfach nur schade. In den vergangenen 14 Tagen mussten wir ganz viele Leute ohne Karten wegschicken."
Zufrieden zeigte sich Neumann mit der Disziplin auf dem Platz: "Es hat alles geklappt. Viele Menschen haben sich bei uns bedankt, dass sie zum ersten Mal Silvester im Freien ohne Angst feiern konnten." Auch mit der kleinen "Geschichtsstunde" war der Stama-Chef glücklich. Für die halbe Stunde vor dem Jahreswechsel hatten sich die Organisatoren etwas Besonderes einfallen lassen. Ein von der Dresdner Firma Sam Productions zusammen mit der Stama entwickelter Film wurde auf der Rathausfassade gezeigt. In diesem wühlte sich Kunz von Kauffungen, dessen Kopf die Fassade ziert, auf der Suche nach dem Schatz von Freiberg durch die Geschichte der Stadt. Im Zwiegespräch mit dem Denkmal von Otto dem Reichen kam er schließlich ans Ziel und buddelte das Herz aus Silber aus. Nach dem Jahreswechsel ging die Party bis 2 Uhr auf dem Markt und später in einigen Diskos weiter.


