AKA-Mitarbeiter Guido Boigs schweißt die Sondenanschlüsse am Verteilerschacht an.
Foto: Eckardt Mildner
Rohrleitungsbauer nutzt Energiewende
AKA Hilbersdorf setzt auf Erdwärme als wichtige alternative Energiequelle
Freiberg. Alternative Energien sind im Kommen, und davon profitiert auch die AKA Kunststoffrohrleitungsbau GmbH in Hilbersdorf. Innerhalb von wenigen Jahren hat der Hersteller von Rohrleitungssystem aus Kunststoff sein Geschäftsfeld im Bereich der Geothermie ausbauen können. Machte es 2006 noch einen Anteil von 6,5 Prozent aus, sind es mittlerweile schon 23 Prozent.
Die AKA hat sich auf die Produktion von Schächten für Erdwärme als Bindeglied zwischen Bohrsonden und der Wärmepumpe spezialisiert. Die Palette ist breit: "Angefangen von Verteilerschächten für zwei Sonden für Eigenheime bis zu Großanlagen für 64 Sonden", berichtet Geschäftsführer Udo Bährisch. Die Erdwärmesonden dienen dabei der Gewinnung von Umgebungswärme mittels Wärmepumpen.
Die Tendenz gehe eindeutig in Richtung Zuwachs bei Großanlagen, weiß Bährisch. Mittlerweile liefert das Hilbersdorfer Unternehmen deutschlandweit, vorwiegend aber in die alten Bundesländer. Und hier punktet die Firma vor allem mit Sonderlösungen. So entwickelte AKA eine Auftriebssicherung für Kunststoffschächte, die in Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel zum Einsatz kommen. Aber auch die neue Grundschule in Großschirma hat einen Erdwärmeschacht aus Hilbersdorf.
Etwa 35.000 Euro investierte das zwölf Mitarbeiter zählende Unternehmen in den vergangenen 2,5 Jahren allein in den Geschäftsbereich Geothermie. So zum Beispiel in die Vergrößerung der Werkstatt, in die Prüftechnik, in Werkzeuge und die EDV. "Derzeit schaffen wir in Kooperation mit der Firma Fahrzeug- und Gerätebau Freiberg neue Möglichkeiten des innerbetrieblichen Transportes", erklärt Bährisch. Dazu gehören zum Beispiel fahrbare Montageblöcke, denn der größte Schacht misst immerhin zwei Meter im Durchmesser und ist vier Meter lang.
Auch wenn die Produktion von Erdwärmeschächten mittlerweile zu einem wesentlichen Standbein gewachsen ist, liegt der Hauptanteil noch im Handel mit Standardformteilen aus Kunststoff und in der Sonderanfertigung von Komponenten nach Kundenwünschen. So zählen die Solarworld und auch die Deutsche Solar in Freiberg zu den Kunden des Hilbersdorfer Unternehmens. Vorgefertigte Rohrleitungsteile kommen zudem in Biogasanlagen in der Region zum Einsatz. So lieferte die AKA Komponenten an die HSL Heizung & Sanitär GmbH in Mulda, die neben Heizungs-, Sanitär- und Lüftungsbau auch Biogasanlagen baut. Auch die Kläranlage in Naundorf arbeitet mit Rohrleitungen aus Hilbersdorf.
Flexibel auf neue Marktanforderungen zu reagieren, ist die große Stärke des kleinen Unternehmens. "Wir haben das Feld der erneuerbaren Energien erkannt und darauf reagiert", sagt Bährisch, der optimistisch in die Zukunft blickt.


