Ein Bienenhaus der besonderen Art: Dieter Piroth mit seinen Gnomen, die einen Bienenkorb stehlen wollen. 
Ein Bienenhaus der besonderen Art: Dieter Piroth mit seinen Gnomen, die einen Bienenkorb stehlen wollen.

Foto: Detlev Müller/foto-böhme

Sägekünstler zaubern ein Bienen-Paradies

13 Skulpturen sind beim 2.Weltcup im Kettensägenschnitzen in "Blockhausen" entstanden

Mulda. Mulda. Biene müsste man sein. Jedenfalls in "Blockhausen". In dem Waldstück zwischen Mulda und Dorfchemnitz ist über Pfingsten ein wahres Paradies für die Honigsammler entstanden. Geschaffen haben es Kettensägenkünstler aus aller Welt. Aus schnöden Baumstämmen schufen sie innerhalb weniger Tage fantasievolle Bienenhäuser - eine Bärenmutter, die ihr Junges füttert, die Bienenkönigin und ihren Mann, Max und Moritz, diebische Gnome. Insgesamt 13 Skulpturen sind entstanden. In jede einzelne soll ein Bienenvolk einziehen.

Die Idee zu der spektakulären Aktion hatte Sauensäger Andreas Martin. Dem Gastgeber und Organisator war es auch bei seinem achten Pfingstspektakel gelungen, die Weltelite sowie mehrere tausend Besucher nach Mittelsachsen zu holen. "Ganz in der Nähe hat ein Imker seinen Stand. Besucher von ,Blockhausen' schauen gern bei ihm rein. Er muss sie aber abweisen, damit sie nicht gestochen werden", erzählte Martin, wie er auf das Thema gekommen ist. Seine Ambition ist der Bau eines Blockhauses als Schauimkerei. In Abstimmung mit dem sächsischen Imkerbund würden die Klotzbeuten so eingerichtet, dass der Imker in jeder ein Bienenvolk ordentlich bewirtschaften kann. Im Vorfeld hatte Martin eine Ausschreibung für das Projekt gestartet. Unter 30Bewerbungen wählte er 14 aus. Darunter war die von Igor Loskutow. Zwei nicht mehr ganz nüchterne Bären hat er geschaffen. "Der Papa spielt Balalaika, die Mama tanzt dazu", beschreibt er die lebensfrohe Szene mit Flair seiner russischen Heimat. Heute lebt er in Baden-Württemberg, verdient seinen Lebensunterhalt als selbstständiger Kettensägenkünstler. Besonders stolz war er auf den Ehrenstern, mit dem er in diesem Jahr in "Blockhausen" verewigt wurde, ebenso wie Edith Plazotta aus Österreich. "Das ist die höchste Ehre für mich", sagte Loskutow: "Denn hier sind nur die Besten."

Zum Schmunzeln regt auch das Kunstwerk von Dieter Piroth aus Ellern in Rheinland-Pfalz an: Gnome, die versuchen, einen Bienenstock zu stehlen. "Ich wollte was Lustiges machen", sagt der Förster, der die Kettensägenschnitzerei nur als Hobby betreibt. "Blockhausen" sei eine Klasse-Veranstaltung, auf die er sich schon das ganze Jahr freut. Das ist auch bei Jörg Bäßler aus Burkhardtsdorf so. Der Holzbildhauer hat einen drei Meter hohen heiligen Ambrosius, den Schutzpatron der Imker, geschaffen. "Aus Eichenholz, weil das sehr witterungsbeständig ist und nicht so schnell aufreißt", begründet er. Vom Niveau her sei "Blockhausen" Weltklasse - "auch was den Besuchern drum herum geboten wird." Die Abstände zwischen den Besten seien minimal, schätzt der Erzgebirger ein, der vor zwei Jahren selbst in der Jury saß. In diesem Jahr sicherte sich Bob King aus den USA den Sieg: mit seinen zwei Waschbären, die dem Imker Honig und Met geklaut haben.

Neben den 14 Hauptakteuren waren weitere Kettensägenkünstler angereist, um beim Speedcarving, einem Temposägen, mitzumachen. Die Figuren, die dabei entstanden, kamen postwendend bei Auktionen unter den Hammer.

Für Pfingsten 2012 - dann wird es in "Blockhausen" die Weltmeisterschaft geben - hat Andreas Martin eine neue Idee. Thema ist die Romanreihe von Sabine Ebert über Hebamme Marthe. "Fünf Pferde in Lebensgröße mit Reitern sollen entstehen", kündigt der Sauensäger an. Fünf Teams mit jeweils drei Sägekünstlern will er dazu einladen. Darunter eine reine Frauenmannschaft, die Marthe und Ritter Christian gestalten wird.

 
erschienen am 13.06.2011 ( Von Kerstin Blossey )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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