Saydas Bürgermeister Volker Kröhnert, Schulleiter Wolfgang Beckert und Architekt Thomas Müller (v. l.) mit Schülern während der Übergabe der sanierten und erweiterten Saydaer Mittelschule.
Foto: Foto-Böhme/Detlev Müller
Saydaer feiern ihre Mittelschule
Jung und Alt zeigen sich von der sanierten Einrichtung begeistert
Sayda. Kurze Röcke wippen im Takt von Twist und Rock'n' Roll. Die Mädchen der Crazy Dancegirls versprühen Lebensfreude mit ihren Tänzen. Es ist ein großer Tag in Sayda: Die neue Zwei-Feld-Sporthalle sowie die sanierte und erweiterte Mittelschule werden feierlich eingeweiht. Viele Saydaer und Gäste genießen diese Stunden am Sonnabend bei einem kurzweiligen Programm der Schüler mit Tanz, Gesang, Musik und Gedichten, das die Kinder während der Ganztagsbetreuung im Hause einstudierten.
Nach anderthalb Jahren Bauzeit strahlen das 35 Jahre alte Gebäude und die geräumige Halle in leuchtenden Farben und bieten 337 Schülern und 30 Lehrern bessere Bedingungen für das Lernen und Unterrichten. Rund 6,9 Millionen Euro kosteten Neubau und Sanierung. "Es war kein einfacher Weg bis hierher", erinnert Bürgermeister Volker Krönert (CDU) an die vergangenen Monate. "Die Kosten drohten aus dem Ruder zu laufen. Manche Banker und Juristen haben nicht geglaubt, dass wir das Projekt fertig bringen."
Doch das Vorhaben gelingt - mit viel Durchstehvermögen. Das Land Sachsen und die Europäische Union förderten das Projekt, Sayda trug trotz knapper Kasse die restlichen Kosten, und Sponsoren sorgten für moderne Ausstattungsstücke wie Laptops oder ein Kunstklassenzimmer. "Mögen die neue Schule und Sporthalle Ansporn für Freude am Lernen und den Ausbau der Zusammenarbeit in der Region sein", sagt Krönert. Sayda beweist, dass Kreisgrenzen dafür kein Hindernis sind. Knapp 40 Prozent der Schüler kommen aus dem benachbarten Erzgebirgskreis, aus 24 Orten und Ortsteilen insgesamt. Seiffener Kinder beispielsweise können jetzt von einer sanierten Grundschule in Seiffen übergangslos in eine sanierte Mittelschule in Sayda wechseln.
Die Schülersprecherinnen Anne Weinhold aus Dorfchemnitz und Jenny Gerlach aus Neuhausen sehen die neue Turnhalle als besonderen Schatz an und freuen sich, dass die Fahrerei während der Bauzeit zum Schulsport nach Neuhausen und Heidersdorf nun vorbei ist. "Jetzt stecken wir im Ausgestalten der Schulräume", verkündeten die Mädchen.
Für Schulleiter Wolfgang Beckert war der Sonnabend der schönste Tag in seinem Lehrerleben, wie er sagt. "Der Stress und die Strapazen mit Unterricht in Containern und ausgelagertem Schulsport sind zu Ende. Es war für alle Beteiligten harte Arbeit, bei der die Nerven oft blank lagen, aber jetzt haben wir eine wunderschöne Schule."
Mit Respekt vor Wind und Schnee, wie Architekt Thomas Müller sagt, entstanden die Sporthalle und der Anbau an die Schule. In über 60 Farben sind die Räume gestaltet, und das Farbkonzept soll noch weiter entwickelt werden. 40 Gewerke aus Sachsen bauten hier, neun Planungsbüros waren beteiligt. "Die Glasfront symbolisiert: Die Schule öffnet sich zur Stadt", sagt der Architekt. Bei einem Rundgang durch die Räume zeigen sich die Besucher angetan. "Gegenüber der alten Schule ist alles sehr schön. Die vorherigen Bedingungen waren nicht gut für einen guten Unterricht", erklärt Mario Oehme aus Dorfchemnitz, dessen Sohn Manuel die Klasse 5a an der Mittelschule Sayda besucht. "Die Turnhalle ist spitze und auch für die Region optimal."


