Endstation Schranke: Weiter kann Peter Wolf seine Mutter Erna nicht mit dem Auto fahren, wenn er sie nach Hause bringt.
Foto: Eckardt Mildner
Schranke bereitet Senioren Kummer
Park der Generationen wird zum Hindernis
Freiberg. Erna Wolf ist 97 Jahre alt und wie viele ihrer Nachbarn im Wohnhaus am Forstweg 65/67 in Freiberg auf den Rollator angewiesen. Seit einigen Monaten hat sie ein großes Problem: Sie muss ein ganzes Stück laufen, um zu ihrem Wohnblock zu kommen.
Weit über 200 Wohnungen gibt es in den Elfgeschossern, die meisten Bewohner haben schon seit vielen Jahren das Rentenalter erreicht. Die Eingänge sind behindertengerecht gebaut, zudem gibt es Fahrstühle und gleich nebenan den neu entstandenen Park der Generationen, der zum Verweilen einlädt. Perfekte Bedingungen also, um einen schönen Lebensabend zu haben.
Doch genau dieser Park der Generationen wird für die Generation, die gleich nebenan wohnt, zum Hindernis. "Mit der Eröffnung bekam auch die Zufahrt zu den Haupteingängen eine Schranke verpasst", sagt Erna Wolfs Sohn Peter. "Damit kann ich meine Mutter nicht mehr bis an die Haustür fahren. Ich glaube, die Verantwortlichen können sich nicht vorstellen, wie beschwerlich für so einen alten Menschen der Weg durch Eis und Schnee mit einem Rollator ist", macht er seinem Unmut Luft. "Es gleicht einem Schildbürgerstreich, dass neben dem Park der Generationen so etwas geschieht."
Die Verantwortlichen - das sind die Mitarbeiter der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG). Deren Sprecher Erik Mädler kennt das Problem. "Mit der Schrankenanlage haben wir zurückliegende Beschwerden und Hinweise von Anwohnern aufgenommen, die unkontrolliertes Parken und starken Autoverkehr unmittelbar vor den Hauseingängen kritisiert hatten", erklärt er.
Neben den Wohnhäusern seien zusätzliche Kurzzeitparkplätze errichtet worden, auf denen zum Beispiel Taxifahrer oder Lieferanten halten können. "In begründeten Ausnahmefällen ist ein Hausmeister zu den üblichen Sprechzeiten vor Ort und kann nach vorheriger Terminabsprache die Schranke öffnen", fügt Mädler hinzu.
Den älteren Bewohnern der Häuser reicht diese Erklärung allerdings nicht aus. Sogar eine Unterschriftensammlung wurde unterdessen gestartet. Die SWG will darauf nun bald mit einem offenen Mietergespräch reagieren.


