Schützenverein Manfred Aurich ist der Vorsitzende des Reinsberger Schützenvereins 1791 und geübt mit der Armbrust.

Foto: Rolf Rudolph

Schützen können mehr als Schießen

Reinsberger Verein stellt allerhand auf die Beine

Reinsberg. Reinsberg. Der Reinsberger Schützenverein 1791 ist ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens im Dorf. Die Mitglieder wollen Anfang Juni das 190. Vogelschießen veranstalten.

1996 half der Schützenverein, aus einem alten Kuhstall in elf Monaten Bauzeit das Dörfliche Gemeinschaftszentrum zu machen. Die Mitglieder erbrachten damals für rund 300.000 Mark (rund 153.000 Euro) Eigenleistungen. Der Verein betreibt die Einrichtung in Eigenregie und hatte in den zurückliegenden Jahren viele namhafte Künstler nach Reinsberg eingeladen. Am Freitag finden im Dörflichen Gemeinschaftszentrum die Hobby- und Talenteschau, die Schau der Molosser-Züchter und das Treffen des Vereins der Deutschen Seeleute statt. Zudem gibt es Veranstaltungen für Senioren, und auch für private Feiern steht das Haus zur Verfügung. Bereits zum 10. Mal organisieren die Schützenfreunde dieses Jahr eine Kinderweihnachtsfeier für alle Mädchen und Jungen aus den Ortsteilen.

Seit dem 4. Mai 1990 sind die Schützen ein eingetragener Verein. Manfred Aurich ist seit 2002 der "Chef". Er kam 1965 zu der Gruppe, die damals noch etwa 120 Leute zählte. Am Freitag sind mehr als 50 Männer im Alter von 18 bis knapp 80 Jahren Mitglied. Sie kommen nicht nur aus Reinsberg.

"Unser traditionelles Vogelschießen ist natürlich jährlich der Höhepunkt im Vereinsleben", berichtet der 66-jährige Manfred Aurich. Die Mitglieder schießen mit Armbrüsten. Das "Opfer", der Holzvogel, wird im Ort von einem Handwerker hergestellt und von den Vereinsmitgliedern bemalt. Zudem ist es Tradition, am Grundstück des vorjährigen Schützenkönigs eine Ehrenpforte zu setzen und den Meisterschützen im Gehrock und Zylinder abzuholen. Im Gegenzug muss dieser ein so genanntes Königsessen spendieren: Bratwurst mit Sauerkraut.

Beim Vogelschießen hat Schützenhauptmann Manfred Heyne das Sagen, der als Zeichen eine blaue Schärpe trägt. Die Vereinsmitglieder organisieren auch immer ein Kinder- und Jugendvogelschießen und die Feuerwehr stellt ein Kinderfest auf die Beine. "Jedes Jahr im September gibt es als Dankeschön ein Vogelschießen für unsere Frauen", berichtet Manfred Aurich nicht ohne Stolz. Er verweist noch auf eine Besonderheit. Jeder Schützenkönig bekommt neben der Schärpe eine geschmiedete Plakette, die als Zeichen der Ehrung am Haus angebracht wird.

 
erschienen am 18.03.2010 ( Von Rolf Rudolph )
 
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