Julia Klawon (l.), Andreas Pannach (M.) und Ines Kramer zeigten auf dem Obermarkt Ausschnitte aus dem "Napoleonkomplott".
Foto: Eckardt Mildner
So ein Theater am Samstag
Neue Spielzeit des mittelsächsischen Ensembles ist eröffnet
Freiberg. Aufgeregtes Geschrei ist am Samstagnachmittag in Freibergs Gassen zu hören gewesen. "Napoleon kommt", riefen einige bunt gekleidete Menschen, die eigenartige Gefährte hinter sich herzogen, unter ihnen auch ein Mann in Frauenkostüm. "Was soll denn das Theater?", fragte sich da so mancher Passant und ahnte gar nicht, wie Recht er hatte.
Die neue Spielzeit des Mittelsächsischen Theaters ist mit Pauken, Trompeten und vielerlei anderen Krawall-Utensilien eröffnet worden. Zeitgleich stellten die Schauspieler des Hauses auf drei Freiberger Plätzen Beispiele aus dem neuen Programm vor. Auf dem Obermarkt hatten sich die "Narren" breitgemacht und mit Auszügen aus kommenden Lustspielen Vorfreude auf Lachmuskel-Strapazen geweckt.
Auf dem Schlossplatz ging es weniger humorvoll zu. Dort präsentierten Geister und "tote" Menschen erstaunlich lebhaft Teile aus dem "Freischütz" und "Odysseus". Die Romantiker sahen auf dem Untermarkt Kostproben ihrer Lieblingstheaterstücke.
Als dann alle fertig tiriliert hatten, traf sich die bunte Menschenmenge samt zuschauendem Gefolge auf dem Buttermarkt. Vor dem Theater wartet schon Intendant Manuel Schöbel und eröffnete die neue Spielzeit. Er pries noch einmal das umfangreiche Programm der Saison 2009/2010 an und erteilte den Besuchern Hausaufgaben. "Lernen sie den Spielplan und sehen sie sich all unsere Stücke an", riet er den Zuhörern.
Die dankten es mit artigem Applaus, sodass davon auszugehen ist, dass die "deutschen Geschichten", wie der Spielplan überschrieben ist, mit vollen Zuschauerrängen rechnen dürfen.

