Stiftung setzt auf Firmen aus der Region
Umbau des Schullandheims zur sozialtherapeutischen Wohnstätte soll im Frühjahr beginnen
Neuhausen/Clausnitz. Sobald der Münch-Stiftung die Baugenehmigung ins Haus flattert, soll der bereits seit 2010 geplante Umbau des einstigen Schullandheims in Neuhausen beginnen. Die Gemeinderäte hatten bereits im Dezember dem mehr als 1 Million Euro teuren Vorhaben zugestimmt. Und da Neuhausen inzwischen unter die 3000-Einwohner-Marke gerutscht ist, freut sich vor allem Rathauschef Peter Haustein (parteilos) über den Zuwachs. "Damit erhöht sich die Einwohnerzahl", sagte das Gemeindeoberhaupt.
Eröffnung offenbar im Herbst
Doch bevor die 32 chronisch psychisch Kranken vom Pflegeheim in Rauschenbach in das modernisierte, 50 mal 13 Meter breite Gebäude umziehen, wird laut Projektplaner Dieter Lippmann noch gut und gerne ein halbes Jahr vergehen müssen. "Eher ist das nicht zu schaffen", betonte der Clausnitzer Fachmann. Noch sei sein Ingenieurbüro mit der Werkplanung beschäftigt. Doch damit die einzelnen Gewerke dann rasch loslegen können, werden bereits die Ausschreibungen vorbereitet. "Wir rechnen im Frühjahr mit der Baugenehmigung", sagte Lippmann, der für die Münch-Stiftung als Bauherr unter anderem auch das neue Behindertenheim in Frauenstein mit Erfolg auf den Weg gebracht hat. Bis auf die Bauhauptleistungen werde alles einzeln ausgeschrieben. In diesem Zusammenhang kündigte Thomas Münch, Geschäftsführer der gleichnamigen Stiftung, an, möglichst viele Aufträge an Firmen im Erzgebirge zu vergeben. Zu tun gibt es jedenfalls mehr als genug. Zwar sind die Fenster bereits vor längerem im viergeschossigen Gebäude ausgetauscht worden, dafür aber hat es der Innenausbau in sich. So sollen im Keller der Speisesaal, die Küche und die Technikräume Platz finden. Das Erdgeschoss, die erste und zweite Etage bleiben den vier Wohngruppen, die jeweils acht Personen zählen, vorbehalten. Neben den geplanten Einbettzimmern gibt es pro Wohngruppe auch ein Zweibettzimmer.
Brandschutztüren erforderlich
"Die Bausubstanz ist relativ gut, die können wir gut verwerten", erklärte der Planer. So müssen nur auf den einzelnen Etagen in der Mitte des Gebäude wegen der neuen Zimmeraufteilung Wände herausgerissen werden. Sogar der Flur, von dem die einzelnen Zimmer abgehen, sei in der Breite ausreichend. Dafür aber müssen die neuen Türen alle durchweg breiter sein. Hinzu kommen spezielle Brandschutztüren, die sich bei einem Feuer automatisch schließen. Und da der zweite Rettungsweg fehlt, erhält das Haus am Giebel eine Treppenanlage. Außerdem wird ein Aufzug angebaut. "Dadurch ist das gesamte Gebäude barrierefrei", sagte Lippmann. Schließlich sei noch die energetische Sanierung nötig.
Spürbare Vorteile vom neuen Domizil für die Patienten verspricht sich vor allem Wohnbereichsleiterin Marion Glöckner, die ein zehnköpfiges Team aus Heilerziehungspflegern und Erziehern mit heilpädagogischer Ausbildung an ihrer Seite weiß. "Die Platzverhältnisse werden sich entscheidend verbessern", sagte die 51-Jährige. Außerdem würde sich bei Ausflügen unter anderem in die Kreisstadt Freiberg die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr günstiger gestalten. In dem Zusammenhang wies sie nochmals auf die Krankheitsbilder der Patienten hin: "Das Krankheitsverhalten der Bewohner wird durch eine verminderte Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit oder von Persönlichkeitsstörungen überlagert. Deshalb bedürfen sie einer feinfühligen und professionellen Begleitung."
Insgesamt 400 Mitarbeiter
Die Münch-Stiftung betreibt gegenwärtig Pflege- und Behindertenheime in Lichtenberg, Crimmitschau, Rauschenbach, Sayda und Johanngeorgenstadt, wo bis zu 800 Menschen betreut werden. Die Stiftung gehört mit 400 Mitarbeitern zu den marktführenden Unternehmen im Bereich der Gesundheitsversorgung im Erzgebirge.


