Tierparkchef Peter Heinrich mit Ziegenbock Günther.Foto: Eckhard Mildner
Tierpark Freiberg: Kleiner Ziegenbock zieht ins Büro ein
Peter Heinrich rettete Günther vor dem sicheren Kältetod
Freiberg. Ein junger Zwergziegenbock wird zum Bürohengst: Die sibirische Kälte hat den sechs Monate alten Günther ins warme Nest getrieben. Als das Thermometer Anfang der Woche 20 Grad minus anzeigte, holte Tierparkchef Peter Heinrich den noch etwas schwächlich wirkenden Gesellen kurzerhand aus dem Freigehege in das Wirtschaftsgebäude - und rettete das Tier vor dem sicheren Kältetod.
Inzwischen haben Heinrich und seine Helfer Güni aufgepäppelt. "Der Tierarzt hat ihn untersucht. Günther ist wohlauf", sagt der 50-Jährige. Die afrikanische Zwergziege ist also über den Berg. Die anderen 120 Tiere werden in ihren Ställen mit Heizstrahlern und Rotlichtlampen gewärmt.
Klein-Güni fühlt sich wohl. Der Blumenkohl in der Futterküche hat es ihm angetan. Immer wieder nagt das Ziegenböckchen an dem knackigen Gemüse, das eigentlich für die Hasen gedacht ist - eine schnelle Vitaminkur gewissermaßen. Doch kaum hat Tierparkchef Heinrich den Raum betreten, springt Güni zu ihm und lässt sich ausgiebig kraulen. Wären da nicht die kleinen Hörner, die schon auf seinem Kopf wachsen, könnte das Zicklein fast als Schmusekätzchen durchgehen. Denn Meckern - das macht die junge Zwergziege fast nie, wie Tierparkleiter Heinrich versichert: "Es ist ein ganz Lieber."
Die Mutter des am 22. Dezember geborenen Böckleins habe anfangs noch ein bisschen gemeckert, als Güni umzog und sein Büroleben begann. "Aber inzwischen hat sie sich beruhigt. Und der Kleine hat nicht ein einziges Mal gezickt", berichtet der Tierparkchef.
Für Peter Heinrich steht heute schon fest, dass Günther wohl immer eine Sonderrolle haben wird - ähnlich wie Erna. Die sechs Jahre alte vietnamesische Hängebauchschweindame darf im Gelände des Tierparkes frei herumlaufen und gilt als Besucherliebling. Mit Günther könnte Erna ein tierisches Tierpark-Dreamteam bilden. Falls er Bock hat.


