Der leere Hänger eines Lastwagens ist am Donnerstag auf der Frauensteiner Straße, rund 500 Meter vor dem Ortseingang Freiberg, von einer Windböe erfasst worden und umgekippt. Per Autokran wurde er geborgen.
Foto: Eckardt Mildner
Wetterkapriolen halten die Region in Atem
Sturmböen, Regengüsse und Schneefall haben zwischen Freiberg und Holzhau zu schwierigen Straßenverhältnissen geführt
Freiberg/Neuhausen. Ein umgekippter Lastwagenhänger und zahlreiche umgestürzte Bäume - die Wetterkapriolen am Donnerstag haben im Raum Freiberg ihren Tribut gefordert. Glück im Unglück hatte dabei am Vormittag ein29-jähriger Brummifahrer. Mit einem Lastwagen der Marke DAF war er gegen 10.20 Uhr auf der Frauensteiner Straße von Weißenborn in Richtung Freiberg unterwegs, als eine Windböe den leeren Anhänger erfasste und umkippte. Der Fahrer blieb unverletzt.
Laut Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge entstand ein Sachschaden von rund 1000 Euro. Während der Hänger mit schwerer Technik wieder hochgehievt wurde, bildete sich ein Stau. "Keiner sagt uns, wann es hier weitergeht", erboste sich ein Autofahrer. Die Polizisten zuckten mit den Achseln. "Die Leute sollten bei solchem Wetter etwas mehr Geduld haben", sagte Polizeisprecher Frank Fischer und erinnerte an den vorigen Winter: "Da waren noch viel stärkere Nerven gefragt." Ungewohnte Situation auch für Lutz Zwoch: Dass seine Firma einen vom Sturm umgekippten Lastwagen bergen musste, habe er lange nicht gehabt, erzählte der Unternehmer: "Das letzte Mal war vor Jahren auf der B 101."
Laut Kreissprecherin Cornelia Kluge rückten die Feuerwehren in Mittelsachsen elfmal aus. In Langenau hatte sich ein umgestürzter Baum an der Straße Zur Hoffnung in einer Stromleitung verfangen. Zudem "pustete" der Sturm Bäume in Freiberg (Richard-Wagner-Straße), Dittmannsdorf, Niederbobritzsch, Halsbrücke und Weißenborn um.
Neben den Sturmböen sorgte im Erzgebirge ein teils heftiger Schneefall für eine bis zu 15 Zentimeter hohe Schneedecke. Eine weiße Pracht, die Autofahrer ärgerte und Wintersportler freute. "Schnee um die null Grad ist natürlich nicht ideal", erklärte Frank Hiemann, Chef des Fremdenverkehrsamtes Neuhausen. Freizeitsportler und Touristen würden seit langem auf Schnee hoffen, der liegen bleibt. "Dafür brauchen wir dringend Frostgrade", sagte Hiemann. "Also Minustemperaturen, die eine Unterlage schaffen, auf der der Schnee auch liegen bleibt." Die jetzigen Wetterkapriolen und die damit verbundenen zum Teil milden Temperaturen würden vor allem die sonst für den Wintersport zu begeisternden Tagestouristen abhalten, ins Erzgebirge zu fahren. "Ich rechne aber zu Beginn der Winterferien mit einem Ansturm von Urlaubern", sagte Hiemann.


