Im Klimapavillon trafen sich am Mittwoch die Mitglieder der Geografie-AG, vorn Kevin Till (l.) und Jost Hunger. Die beiden nahmen am Finale des Geografie-Wettbewerbes in Chemnitz teil. Jost wurde Zweiter, Kevin Sechster.
Foto: E. Mildner
Wissen aus dem Klimakoffer
Wird es tatsächlich wärmer in Sachsen? Regnet es öfter als früher? Schüler gehen Fragen auf den Grund
Brand-Erbisdorf. Die Gletscher schmelzen. Der Meeresspiegel steigt. Unwetter. Extreme Hitze und Starkregen - Bilder, die Schüler des Brand-Erbisdorfer Cottagymnasiums mit dem Begriff "Klimawandel" verbinden. Eine Woche lang haben sie sich intensiver mit dem Thema beschäftigt. Gelegenheit dazu bot der Klimapavillon des sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft. Dieser machte an der Schule Station. Rund 300 Gymnasiasten besuchten ihn.
"Es war eine gute Gelegenheit, den Geografie- aber auch Mathematikunterricht interessant zu gestalten", sagte Sylvia Trauzold, die in beiden Fächern unterrichtet und zudem die Geografie-AG am Gymnasium leitet. So nahmen die Schüler zum Beispiel die Temperaturen sowie Niederschläge in Sachsen in den Zeiträumen 1951 bis 1980, 1971 bis 2000 sowie 2003 bis 2009 genau unter die Lupe. "Um den Mittelwert zu bestimmen, war Rechnen gefragt. Das Zeichnen der Diagramme wiederum gehört in den Geografieunterricht", berichtete Sylvia Trauzold.
Im großen Klimakoffer steckten zudem Energiemessgeräte, anschaulich aufbereitete Schülerexperimente sowie ein großformatiges Brettspiel, bei dem die Schüler nicht nur Fragen beantworten, sondern auch aktiv werden mussten. So lautete eine Aufgabe "Stelle das Extremereignis Hochwasser pantomimisch dar".
"Das Thema ist interessant, jetzt sind wir auf die Ergebnisse unserer Arbeit gespannt", sagte Zehntklässlerin Jenny Hamburg. "Es ist auf jeden Fall in den vergangenen Jahren wärmer geworden", ist das Gefühl von Annemarie Böhme. Und für Jost Hunger hat der Klimawandel schon etwas Angst Einflößendes. "Ich habe dann das Bild vom Eisbären vor mir, der auf einer Eisscholle treibt, die immer kleiner wird und schließlich ganz verschwindet", erzählte der Siebtklässler, der in der Endrunde des Geografiewettbewerbes jetzt den 2. Platz geholt hat - nur ein halber Punkt trennte ihn vom Sieger.
Dass sie selbst etwas tun müssen, um dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen, darüber sind sich die 16 Mitglieder der Geografie-AGeinig. Sie trafen sich am Mittwoch zum Abschluss im Klimapavillon. "Man sollte zu Fuß zum Bäcker gehen und nicht jedes Mal ins Auto steigen", stellte Pascal Reinhardt fest. Andere finden es wichtig, den Müll zu trennen, elektrische Geräte nicht im Standby-Betrieb laufen zu lassen, ab und zu die Heizung mal runter zu drehen und öfter mit dem Bus oder Fahrrad zu fahren.
Sylvia Trauzold kündigte an: "Die Ergebnisse des Projektes werden wir in den nächsten Wochen auswerten und die Klimadiagramme auch ausstellen."


