Damit sich ein solches Bild wie dieses aus den Augusttagen 2002 nicht noch einmal wiederholt, investiert der Freistaat Sachsen mehr als 20 Millionen Euro in den Hochwasserschutz allein für den Bereich Frankenberg und Niederlichtenau.
Foto: Falk Bernhardt/Archiv
Frankenberg: Planer wollen den Fluss zähmen
Landesdirektion genehmigt Schutzbauten - Mehr als 20 Millionen Euro für den Hochwasserschutz
Frankenberg. Knapp ein Jahrzehnt lang plätscherten die Planungen für den Frankenberger Hochwasserschutz vor sich hin. Gestern nun - knapp zehn Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe vom August 2002 - gab es grünes Licht aus der Landesdirektion Sachsen. Die Behörde hat die Errichtung der Schutzbauten in der Stadt Frankenberg und dem Lichtenauer Ortsteil Niederlichtenau genehmigt. Damit ist der Weg frei, dass sich eventuell ab September entlang der Zschopau die ersten Baumaschinen drehen können.
Wie Frank Hunger von der Landestalsperrenverwaltung erst kürzlich bei einem Bürgerforum erklärte, soll zuerst ein Deich oberhalb der B-169-Brücke auf der rechten Zschopau-Seite in Gunnersdorf gebaut werden. Von dort aus war das Wasser damals 2002 in die Stadt geschossen.
Doch bis dies soweit ist, sei rein planungstechnisch noch eine zeitliche Hürde zu nehmen. "Ab Ende Juni werden der genehmigte Plan und der Planfeststellungsbeschluss zwei Wochen lang zur Einsichtnahme in der Stadt Frankenberg und der Gemeinde Lichtenau öffentlich ausgelegt", erklärt Anja Werler von der Landesdirektion. Dann stehe der praktischen Umsetzung so gut wie nichts mehr im Wege. Die Landestalsperrenverwaltung könne nun die Bauarbeiten vorbereiten.
Auf etwa sechs Kilometern Länge sollen auf beiden Seiten der Zschopau Deiche und Hochwasserschutzmauern entstehen. Laut Landesdirektion sei zudem der Rückbau eines vorhandenen etwa zwei Kilometer langen Deiches vorgesehen. Durch die Rückverlegung dieses Deiches könne in der Niederlichtenauer Zschopauaue zugleich auch ein Überflutungsraum für den Fluss zurückgewonnen werden.
Nach massiven Bürgerprotesten muss nun noch geklärt werden, was mit dem Damm zwischen Schilfteich und Fischerschänke passiert. Die Landestalsperrenverwaltung plant den Abriss, die Stadt prüft eine eventuelle Übernahme dieses seit Jahrhunderten so wichtigen Verbindungsweges zwischen Frankenberg und Sachsenburg.
Das Großprojekt um den Frankenberger Hochwasserschutz hat insgesamt ein Investitionsvolumen von mehr als 20 Millionen Euro und wird nach Meinung der Landesdirektion zu einer erheblichen Verbesserung des Hochwasserschutzes vor allem für die Stadt Frankenberg beitragen.
"Frankenberg war von der Flut 2002 besonders stark betroffen. Damals strömte das Wasser mit hohen Fließgeschwindigkeiten und einem Wasserstand von bis zu zwei Metern durch die Stadt", blickt Anja Werler zurück. Wenn die Schutzmaßnahmen umgesetzt sind, wären die Stadt und der Ortsteil Niederlichtenau vor Hochwasser, das von der Größenordnung rein statistisch alle 100Jahre auftreten kann, umfassend geschützt.

