Ab in den Mülleimer: Häufig schmeckt Josephine Buchholz und ihren Freundinnen das in der Kantine ihrer Schule angebotene Essen der Firma Sodexo einfach nicht.
Foto: Eckardt Mildner
Freiberg: Essen an Schulen und Kitas lässt zu wünschen übrig
Deutliche Unterschiede zwischen Angeboten zweier Firmen
Was in Freibergs Schulen und Kindergärten auf den Teller kommt, ist nicht immer appetitlich. Das hat ein "Freie Presse"-Test in dieser Woche am Geschwister-Scholl-Gymnasium bewiesen. Hier wird im Haus Dürer, wo 518 Schüler der 5.bis 8. Klassen lernen, das Essen von der Firma Sodexo geliefert. Im Haus Albertinum können die 445 Schüler der 9. bis 12. Klassen zwischen Gerichten des Anbieters Dussmann wählen. Die fünf Test-Tage haben gezeigt: Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen den Angeboten dieser beiden Firmen.
Dabei schneidet Sodexo nicht sonderlich gut ab. Die Firma, die die Ausschreibung der Stadt Freiberg vor sechs Jahren gewonnen hat und alle Schulen der Stadt außer der Freien Gemeinschaftlichen Schule "Maria Montessori" sowie fast alle Kindertagesstätten versorgt, bot unter anderem gefrorene Bananen und klumpige Nudeln an. "Haare hatten wir auch schon im Essen", sagt Josephine Buchholz. Die Elfjährige hat sich deswegen vor einem Jahr für das Essen in der Schule abgemeldet.
Für "Freie Presse" ist sie in der vergangenen Woche aber doch wieder in die Kantine gegangen. In die ihres Schulhauses (Sodexo) und ins Haus der "Großen", wo Dussmann das Essen liefert, weil das Haus bei der damaligen Ausschreibung nicht inbegriffen war. "Das andere Essen hat viel besser geschmeckt", war ihr klares Urteil. "Es hat schon auf den ersten Blick einen viel besseren Eindruck gemacht." Allerdings: Es ist auch ein paar Cent teurer.
Josephine Buchholz fungierte als Moderatorin des Freiberger Kinder- und Jugendparlaments, als in der Sitzung am 26.Januar das Schulessen zum Thema gemacht wurde. Vertreter der Firma Sodexo stellten sich den Fragen der Kinder und Jugendlichen sämtlicher Freiberger Schulen, die von "Warum schmeckt es nicht?" bis hin zu "Wieso habe ich eine Nacktschnecke im Salat gefunden?" reichten.
Enrico Fischer, Betriebsleiter der Sodexo-Großküche in Zug, sagt zu den Vorwürfen: "Wir sind immer gesprächsbereit und versuchen stets, die Mängel abzustellen. Eine Nacktschnecke im Salat ist ein schlimmer Vorfall, kann aber leider passieren, weil wir den Salat vorgefertigt geliefert bekommen." Auch für die Haare im Essen sei seine Firma nicht verantwortlich. "Bei uns sind Haarnetze Pflicht, das Essen wird von Fremdfirmen ausgeteilt", sagt Fischer. In der Testwoche trugen zumindest die Küchenfrauen im Dürerhaus immer ein solches.
Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Elternvertretern, der Schulleitung und Vertretern der Stadt, hat sich am Schollgymnasium des Themas angenommen. Als Lösung wird nun "Cook and Chill" der Firma Sodexo favorisiert. Dabei wird das Essen frisch gegart und als eine Art Buffet angeboten. "Dadurch fällt das Problem mit der Lieferung weg, bei der das Essen zu lange in Kübeln liegt", hofft Michael Höser vom Amt für Bildung, Jugend und Sport auf eine Verbesserung der Qualität. "Wir sind in engem Kontakt zu Sodexo und arbeiten an Verbesserungen", verspricht er. Es sei jedoch immer ein schmaler Grat zwischen Qualität und bezahlbaren Preisen. Petra Weber, Leiterin des Hauses Dürer am Gymnasium: "Das Mittagessen für die Kinder ist wichtig. Wir wollen all unsere Schüler an den Tisch bekommen. Derzeit fliegt noch zu viel Essen in den Müll."



14:17 Uhr
freiberg12: Wenn man der Meinung ist die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Kinder stehen an erster Stelle, wird man bei der Schul- bzw. Kindergartenessenversorgung schnell eines Besseren belehrt. Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren dass eine richtige Schulküche - in der auch gekocht wird - von niemandem mehr erwünscht ist und bei der Planung erfolgreich nach oben kalkuliert wird damit man diese schnell aus dem Budget streichen kann. Auch auf die Stimmen der Kinder denen das Essen nicht schmeckt wird nicht gehört. Da sowieso alles im Mülleimer landet - wie meine Tochter mir berichtete - ist selbst das billigste Essen zu teuer.
Es ist einfach nur traurig und macht mich wütend dass man sich als berufstätige Mutter - der nichts anderes übrig bleibt als die Schulspeisung zu nutzen - nicht wehren kann und den Lieferanten nicht selbst auswählen kann. Wahrscheinlich wird dies erst möglich sein wenn meine Tochter die Schule abgeschlossen hat.
08:56 Uhr
Emma0815: Na Hauptsache billig muss es sein. Wie sonst gewinnt man eine Ausschreibung. Da wurde sicher nicht die Qualität bewertet.
Es ist wirklich eine Schande, welchen Mist man heutzutage zu Essen bekommt.
Wir meiden auch mittlerweile öfters die Mensa. Im Tivoli kann man Mittags sehr gut essen (Preis ab 3,50 ? inkl. Getränk)